Zwei Männer im Zusammenhang mit Anschlagsplänen in USA angeklagt
AFP VOM 10.1.2010 | Nachrichten - International | 712 Aufrufe Mehr zum Thema:Terror, 11. September 2001
Afghane soll 2009 Attentate am 11. September vorbereitet haben
Im Zusammenhang mit mutmaßlichen Attentatsplänen zum Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 sind in den USA zwei Verdächtige angeklagt worden. Ein New Yorker Gericht warf dem Bosnier Adis Medunjanin am Samstag ein Mordkomplott vor, der Taxifahrer Zarein Ahmedzay soll sich wegen Falschaussage verantworten. Beide sollen Kontakte zu einem Afghanen gehabt haben, der vergangenes Jahr Anschläge geplant haben soll.
Ein Bundesgericht im New Yorker Stadtteil Brooklyn erhob gegen Medunjanin Anklage wegen Beteiligung an einer Mordverschwörung. Außerdem soll der bosnische Einwanderer ein militärisches Trainingslager der Terrororganisation El Kaida in Pakistan durchlaufen haben. Der 25-Jährige plädierte auf nicht schuldig. Der Taxifahrer Ahmedzay war bereits am Freitag wegen Falschaussage gegenüber der US-Bundespolizei FBI angeklagt worden.
Beide Männer waren am Freitag festgenommen worden. Sie sollen Kontakte zu dem bereits inhaftierten 24-jährigen Afghanen Najibullah Zazi unterhalten haben. Dieser soll im vergangenen Jahr Attentate zum Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September geplant haben. Zazi, der als Busfahrer in Denver arbeitete, hatte nach Angaben der Ermittler große Mengen Chemikalien gekauft. Er soll mit einem Laptop mit Anleitungen zum Bombenbau nach New York gereist sein.
Zazi wird Verschwörung zum Gebrauch von Massenvernichtungswaffen zur Last gelegt. Zu einer Verschwörung gehören laut rechtlicher Definition mindestens zwei Beteiligte. Bis zu Medunjanins Anklage hatten die Behörden keinen mutmaßlichen Mitverschwörer genannt. Gegen Zazis Vater und einen Iman wird in dem Fall ebenfalls ermittelt. Ihnen wird wie Ahmedzay Falschaussage gegenüber dem FBI vorgeworfen.
Nach Informationen der "New York Times" haben Ahmedzay und Medunjanin sich im Jahr 2008 gemeinsam mit Zazi in Pakistan aufgehalten. Die Drei waren demnach in New York zusammen zur Schule gegangen.
Ahmedzays Anwalt Michael Marinaccio sagte, seinem Mandanten werde vorgeworfen, dass er nicht wahrheitsgetreu angegeben habe, was er über die Reise eines Verdächtigen in ein pakistanisches Trainingslager wisse. Bei dem Verdächtigen handelt es sich offenbar um Zazi, der in Pakistan im Lager einer Gruppe mit El-Kaida-Verbindungen ausgebildet worden sein soll. Ahmedzay, der nach Angaben seines Anwalts die US-Staatsbürgerschaft besitzt, war demnach 2008 auch nach Pakistan sowie nach Afghanistan gereist. In beiden Ländern habe Ahmedzay Verwandte, sagte Marinaccio.
Schon nach Zazis Festnahme hatte US-Justizminister Eric Holder Ende September erklärt, damit sei der Fall noch lange nicht abgeschlossen. "Wir untersuchen eine breite Palette an Spuren, und wir werden weiter rund um die Uhr arbeiten um sicherzustellen, dass alle Beteiligten zur Rechenschaft gezogen werden", kündigte Holder an.
Die Festnahmen von Ahmedzay und Medunjanin erfolgten vor dem Hintergrund der Kritik an den US-Sicherheitsbehörden. Sie hatten es trotz Hinweisen nicht verhindert, dass der 23-jährige Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab am ersten Weihnachtstag beinahe ein US-Passagierflugzeug im Landeanflug auf Detroit in die Luft sprengte. US-Präsident Barack Obama hatte den Fall Zazi wiederholt als Beispiel erfolgreicher Anstrengungen der US-Sicherheitsbehörden im Kampf gegen den Terrorismus genannt.
10. Januar 2010 - 03.20 Uhr
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