Zwei Jahre Lagerhaft für Pussy Riot
AFP VOM 17.8.2012 | Nachrichten - Allgemein | 2828 Aufrufe Mehr zum Thema:Pussy-Riot, Urteile, Haft
Merkel nennt Verurteilung "unverhältnismäßig hart"
Merkel erinnerte daran, dass sich Russland als Mitglied des Europarats zu Werten wie Rechtsstaatlichkeit und Demokratie beklannt habe. "Eine lebendige Zivilgesellschaft und politisch aktive Bürger sind eine notwendige Voraussetzung und keine Bedrohung für Russlands Modernisierung", fügte die Kanzlerin hinzu. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton nannte das Urteil ebenfalls "unverhältnismäßig".
Das US-Außenministerium erklärte seine Sorge, das Urteil werde "negative Auswirkungen auf die Meinungsfreiheit in Russland" haben, und forderte, der Prozess müsse neu verhandelt werden. Die Russlandexpertin von Amnesty International, Friederike Behr, sprach von einem "harten Schlag gegen die Meinungsfreiheit".
In Moskau wurden mehrere Unterstützer von Pussy Riot vor dem Gericht in wartende Polizeiwagen gezerrt. Auch in Samara an der Wolga gab es Festnahmen bei einer Kundgebung aus Solidarität mit den Musikerinnen.
Vor der russischen Botschaft in Berlin ketteten sich sechs Menschen aus Protest gegen die Verurteilung der drei Frauen an den Zaun der diplomatischen Vertretung. Die Protestaktion wurde von der Polizei aufgelöst. In Paris, Brüssel, London, Madrid und anderen Städten fanden ebenfalls Kundgebungen für Pussy Riot statt.
In Warschau sangen Demonstranten vor Beginn eines Protestmarsches zur russischen Botschaft das "Punkgebet", mit dem die Band gegen Russlands Staatschef Putin protestiert hatte. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew fällte eine barbusige Aktivistin der Frauenrechtsgruppe Femen mit einer Motorsäge ein großes Holzkreuz.
Die russisch-orthodoxe Kirche forderte "Milde" für die drei Frauen und äußerte die Hoffnung, dass die Musikerinnen "darauf verzichten, ein derartiges Sakrileg noch einmal zu begehen".
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