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Zwei US-Journalistinnen am Donnerstag in Nordkorea vor Gericht

AFP VOM 3.6.2009 | Nachrichten - International | 508 Aufrufe
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Nordkorea

Fünf Jahre Haft und Zwangsarbeit wegen "feindlicher Akte" möglich

Wegen "feindlicher Akte" und illegaler Einreise müssen sich am Donnerstag zwei US-Journalistinnen vor dem höchsten Gericht Nordkoreas verantworten. Euna Lee und Laura Ling wurden Mitte März am Tumen-Fluss festgenommen, der die Grenze zum benachbarten China bildet. Die beiden Frauen arbeiteten an einer Reportage über Nordkoreaner, die über den Tumen nach China flüchten. Für "feindliche Akte" drohen in Nordkorea bis zu fünf Jahre Haft und Zwangsarbeit.

Ihre Reportage erstellten die beiden Journalistinnen für das in Kalifornien ansässige Medienunternehmen Current TV, das vom früheren US-Vizepräsidenten Al Gore mitbegründet wurde. Nach Angaben aus Pjöngjang soll das Verfahren gegen die Journalistinnen "bestätigte Verbrechen" ahnden. Westliche Politiker und Nichtregierungsorganisationen drängten die nordkoreanische Führung zur Freilassung Lees und Lings. US-Außenministerin Hillary Clinton bezeichnete die Vorwürfe gegen die Journalistinnen als "unbegründet".

Die Angehörigen brachen am Montag ihr Schweigen und baten öffentlich um Gnade für die Frauen. Außerdem riefen sie die Regierungen in Washington und Pjöngjang dazu auf, das Verfahren nicht in Verbindung mit dem Streit um Nordkoreas Atomtest zu bringen. Beide Journalistinnen sind verheiratet; Lee hat eine vierjährige Tochter. In der vergangenen Woche durften die beiden Frauen ihre Familien in den USA anrufen. "Wir hatten ihre Stimmen seit mehr als zweieinhalb Monaten nicht gehört", sagte Lings Schwester Lisa dem US-Sender NBC. "Sie haben sehr sehr große Angst". Am Montag traf der schwedische Botschafter in Nordkorea, Mats Foyer, die beiden Frauen zum dritten Mal seit ihrer Festnahme.

In einem auf der Internetplattform Facebook veröffentlichten Brief an ihre Schwester schrieb Laura Ling, sie habe in der Haft in Nordkorea viel geweint. "Ich sitze auch da und meditiere", heißt es in dem Schreiben, das über Botschafter Foyer zugestellt wurde und das laut Lings Angehörigen auf den 15. Mai datiert ist. An einigen Tagen dürfe sie nach draußen an die frische Luft gehen, fügte die Journalistin hinzu. "Ich bemühe mich sehr, über positive Dinge nachzudenken, aber manchmal ist das schwer."

3. Juni 2009 - 14.53 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009


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