
Im Prozess gegen einen früheren US-Soldaten wegen Vergewaltigung und Ermordung eines Mädchens und ihrer Familie im Irak hat ein Kamerad den Angeklagten schwer belastet. Der frühere Unteroffizier Anthony Yribe sagte vor dem Zivilgericht im US-Bundesstaat Kentucky, der Angeklagte Steven Green habe ihm gegenüber die Tat zugegeben. Das Verbrechen, das Green und seine Kameraden im März 2006 in Mahmudija begangen haben sollen, hatte weltweit für Aufsehen gesorgt. Green droht die Todesstrafe.
Er und vier weitere Soldaten der 101. Luftlandedivision drangen in Mahmudija, 30 Kilometer südlich von Bagdad, in das Haus einer irakischen Familie ein. Seine vier Kameraden vergewaltigten nacheinander die 14-jährige Tochter. Green brachte währenddessen deren sechsjährige Schwester und die Eltern in einen Nebenraum und erschoss die drei. Anschließend vergewaltigte er die 14-Jährige und erschoss sie ebenfalls. Um ihre Tat zu vertuschen, zündeten die Soldaten danach das Haus an.
Greens Komplizen wurden zu hohen Haftstrafen verurteilt. Anders als seine Kameraden wurde Green nicht vor ein Militärgericht gestellt, da die Tat erst nach seinem Ausscheiden aus der US-Armee bekannt geworden war. Das Verbrechen von Mahmudija hatte den ohnehin schon angeschlagenen Ruf der US-Streitkräfte im Irak weiter beschädigt.
30. April 2009 - 11.20 Uhr
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