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Zeitung: Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber ist pleite

AFP VOM 27.1.2010 | Nachrichten - Allgemein | 1361 Aufrufe
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Schreiber, Waffenlobbyist

75-Jähriger hat nichts mehr von Millionen-Provisionen

Der Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber, dem zur Zeit in Augsburg wegen Steuerhinterziehung und Bestechung der Prozess gemacht wird, ist offenbar pleite. Das gehe aus dem Protokoll einer erfolglosen Pfändung vom September 2009 hervor, berichtet die "Augsburger Allgemeine".

Schreiber erkläre darin, er habe kein Vermögen mehr, außer einer Eigentumswohnung in Pontresina (Schweiz). Der 75-Jährige habe zu dieser Aussage sogar eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, sagte sein Verteidiger Jan Olaf Leisner. Das Augsburger Finanzamt wollte den Angaben zufolge mit der Pfändung bei Schreiber Steuerschulden eintreiben.

Schreiber steht seit Mitte Januar in Augsburg wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 12,3 Millionen Euro, Beihilfe zum Betrug, Beihilfe zur Untreue sowie Bestechung vor Gericht. Er soll von 1988 bis 1993 bei Rüstungs- und Flugzeuggeschäften Millionensummen als Provisionen unversteuert kassiert haben. Außerdem soll er mit dem Geld zwei Thyssen-Manager sowie den damaligen Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls (CSU) bestochen haben.

Vor Gericht sagte er zuletzt aus, er habe 1991 auch der CSU eine illegale Parteispenden in Höhe von insgesamt 1,4 Millionen Mark (rund 716.000 Euro) übergeben. Schon in Kanada, wo sich Schreiber zehn Jahre gegen seine Auslieferung nach Deutschland gewehrt hatte, hatte er wiederholt von illegalen CSU-Konten gesprochen.

27. Januar 2010 - 19.13 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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