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Zeitung: Polizei ermittelt gegen Russen wegen Moskauer Anschlags

Zeitung: Polizei ermittelt gegen Russen wegen Moskauer Anschlags

AFP VOM 27.1.2011 | Nachrichten - Allgemein | 833 Aufrufe
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Terror

Verdächtiger soll Mitglied militanter islamistischer Gruppe sein

Die Ermittlungen zum Anschlag im Moskauer Flughafen Domodedowo konzentrieren sich laut einem Pressebericht auf einen ethnischen Russen. Wie die Zeitung "Kommersant" am Donnerstag schrieb, ist das Mitglied der islamistischen Gruppe Nogaiski Dschamaat im Nordkaukasus derzeit der Hauptverdächtige. Vier weitere ranghohe Verantwortliche für Verkehrssicherheit wurden als Folge des Attentats mit 35 Toten entlassen.

Die Zeitung berief sich auf Angaben von Polizeibehörden, wonach der aus der südrussischen Region Stawropol stammende Verdächtige der Anstifter des Anschlags, aber auch der Selbstmordattentäter selbst sein könnte. Ein von dem Blatt zitierter Sicherheitsbeamter warnte jedoch vor voreiligen Schlüssen. Im Zusammenhang mit dem Anschlag werde auch gegen andere Verdächtige ermittelt. Die Behörden machten offiziell zunächst keine Angaben zu den Ermittlungen.

"Kommersant" bestätigte auch frühere Berichte, wonach der Anschlag vom Montag im Zusammenhang mit einer Explosion am Silvesterabend in Moskau stehen könnte. Berichten zufolge bereitete eine Selbstmordattentäterin einen Anschlag auf dem Roten Platz vor, als eine SMS mit Glückwünschen zum neuen Jahr ihren Sprengsatz versehentlich auslöste. Dem Bericht zufolge könnten die Frau ebenso wie ein sie begleitendes Mädchen von Mitgliedern von Nogaiski Dschamaat mit Drohungen gegen ihre Kinder zu der Reise nach Moskau gezwungen worden sein. Demnach war womöglich sogar der nun Verdächtigte selbst der Urheber der Drohungen.

Russlands stellvertretender Regierungschef Sergej Iwanow gab unterdessen die Entlassung von zwei hohen Funktionären der staatlichen Luftüberwachungsbehörde bekannt. Ebenfalls gefeuert wurden jeweils ein ranghoher Beamte der Verkehrsüberwachungsbehörde und des Luftverkehrbehörde. Der russische Präsident Dmitri Medwedew hatte bereits am Mittwoch den für Verkehr im zentralen Föderationsbezirk zuständigen Verwaltungschef im Innenministerium entlassen.

Die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" berichtete unter Berufung auf die für das Transportwesen zuständige Untersuchungskommission, die Polizei am Moskauer Flughafen Domodedowo habe systematisch ausländische Passagiere erpresst. Ermittlungen hätten ergeben, dass Polizisten von Fluggästen aus Zentralasien unter Androhung einer Ausweisung Schmiergelder verlangten. Bevorzugte Opfer seien die hunderttausenden Arbeitsmigranten aus den armen zentralasiatischen Republiken.

"Anstatt die öffentliche Ordnung und die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten, haben die Polizisten des Domodedowo-Flughafens Erpressungen begangen", sagte das Kommissionsmitglied Tatjana Morosowo. Zu der Zahl der betroffenen Beamten und der Menge des erpressten Geldes machte sie keine Angaben. Nach dem Anschlag hatten die Behörden der Flughafenverwaltung Nachlässigkeit bei der Sicherheit vorgeworfen. Russische Medien wiesen ihrerseits der Polizei und den Spezialkräften des Inlandsgeheimdienstes FSB eine Mitverantwortung zu.

Russische Polizisten sind immer wieder in Skandale um Morde, Vergewaltigungen, die Fälschung von Beweisen und Schutzgelderpressung verwickelt. Selbst Medwedew gestand ein, dass die russische Polizei hochgradig korrupt ist. Eine von ihm vor mehr als einem Jahr eingebrachte Reform der Sicherheitskräfte wurde bisher jedoch nicht verabschiedet.

27.01.2011 - 14:31 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010

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