
Der in der Siemens-Affäre beschuldigte frühere Chef der arbeitgeberfreundlichen Betriebsrats-Organisation AUB, Wilhelm Schelsky, erhält einem Zeitungsbericht zufolge ab Oktober eine Betriebsrente von Siemens. An dem Anspruch auf monatlich 3700 Euro ab Schelskys 60. Geburtstag sei nach Ansicht von Anwälten des Konzerns nicht zu rütteln, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" von Montag. Siemens will jetzt demnach allerdings prüfen, ob das Unternehmen die Pensionszahlungen nicht mit etwaigen Schadenersatzforderungen verrechnen kann.
Schelsky war im Februar 2007 festgenommen worden. Er soll von Siemens Millionen erhalten haben, um die IG Metall im Betriebs- und Aufsichtsrat zu schwächen. Dazu soll er die AUB als Anti-Gewerkschaftsorganisation aufgebaut haben. Die Anklage wirft Schelsky zudem vor, dass er tatsächlich nur einen Teil des Geldes für diesen Zweck verwendet und den Rest für private Zwecke und Sportsponsoring ausgegeben haben soll. Der Prozess gegen ihn soll im September oder Oktober beginnen.
22. September 2008 - 08.12 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2008

| Mehr Fragen lesen |