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Zehn Angeklagte wegen betrügerischer SMS-Chats vor Gericht

AFP VOM 11.8.2009 | Nachrichten - Vor Gericht | 1117 Aufrufe
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SMS-Chat

Schaden von geschätzten 57 Millionen Euro

Weil sie hunderttausenden Partnersuchenden mit betrügerischen SMS-Chats Millionen aus der Tasche gezogen haben sollen, ist gegen zehn Verdächtige aus Schleswig-Holstein Anklage erhoben worden. Die Kieler Staatsanwaltschaft legt den Hauptangeschuldigten in zwei verschiedenen Verfahren gewerbsmäßigen Bandenbetrug zur Last, wie ein Sprecher mitteilte. Gegen weitere 206 Beschuldigte habe die Behörde ebenfalls Ermittlungen eingeleitet. Es handelt sich demnach um das bundesweit erste Betrugsverfahren "aus dem Bereich virtueller Kontaktmärkte" mit Verhaftungen.

Die Hauptverdächtigen, von denen vier in Untersuchungshaft sitzen, sollen über mehrere miteinander verflochtene Firmen ungefähr seit 2005 über "massenhaft verschickte Lock-E-Mails" vermeintliche Kontakte zu anderen Partnersuchenden angeboten haben. Dabei hätten sie "total gefälschte Profile" angeblicher Singles verwendet, und auf SMS-Chatanfragen hätten ausschließlich angestellte Animateure geantwortet. Bei einem Preis von 1,99 Euro pro SMS sei den rund einer Million Geschädigten aus dem gesamten Bundesgebiet so insgesamt ein Vermögensschaden von geschätzten 57 Millionen Euro entstanden.

11. August 2009 - 16.53 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009


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