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Zahl der rechtskräftig Verurteilten 2009 erneut rückläufig

AFP VOM 27.10.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 1357 Aufrufe
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Kriminalität, Kriminalstatistik

Statistik: Kriminalität bleibt "männliches Phänomen"

Zum zweiten Mal in Folge sind in Deutschland weniger Menschen rechtskräftig verurteilt worden als im Vorjahr. 2009 ging die Zahl der rechtskräftig Verurteilten im Vergleich zu 2008 um drei Prozent auf rund 844.500 zurück, teilte das Statistische Bundesamt mit. Bereits zwischen 2007 und 2008 war sie um drei Prozent gefallen.

Als Grund für den neuerlichen Rückgang nannte das Wiesbadener Bundesamt die gesunkene Zahl von Straftaten im Straßenverkehr. Auf diese Delikte entfielen 2009 mit etwa 22 Prozent nahezu ein Viertel aller Urteile. Nach der Reihenfolge der Häufigkeit folgten Vermögensdelikte wie Diebstahl oder Unterschlagung mit 18 Prozent sowie Betrug mit zwölf Prozent. Etwa zehn Prozent der Verurteilten mussten ihre Strafe wegen Körperverletzungsdelikten antreten, sieben Prozent wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetzes im Zusammenhang mit Drogen.

Verschwindend gering war der Anteil von Urteilen wegen schwerster Verbrechen wie Mord, Totschlag und Vergewaltigung. 602 Personen wurden im vergangenen Jahr wegen Tötungs- und versuchten Tötungsverbrechen verurteilt, was 0,071 Prozent der rechtskräftigen Urteile entspricht. 1662 oder 0,2 Prozent entfielen auf sexuelle Nötigung und Vergewaltigung. 2242 Menschen wurden wegen sexuellen Kindesmissbrauchs verurteilt (0,27 Prozent).

Kriminalität blieb weiterhin "ein vorwiegend männliches Phänomen", wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte. 82 Prozent der Verurteilten waren Männer, nur 18 Prozent Frauen. 20 Prozent der Verurteilten waren Ausländer.

Bezogen auf ihren Anteil an der Gesamtbevölkerung wurden junge Menschen besonders häufig schuldig gesprochen. Heranwachsende im Alter zwischen 18 und 21 Jahren wurden 2009 statistisch betrachtet etwa dreimal so oft, Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren fast zweimal so oft verurteilt wie Erwachsene über 21 Jahren. Ab einem Alter von etwa Mitte 20 gehe dann die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung kontinuierlich zurück.

27. Oktober 2010 - 14.01 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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