Zahl der Verfahren wegen mutmaßlichen Ärztepfuschs nimmt zu
AFP VOM 27.8.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 1842 Aufrufe Mehr zum Thema:Ärztepfusch
Zypries will Patientenrechte mit neuem Gesetz stärken
Immer mehr Patienten in Deutschland setzen sich gegen mutmaßliche ärztliche Kunstfehler und falsche Beratung zur Wehr. Sowohl die Gerichte als auch die Schlichtungsstellen der Ärztekammern verzeichnen so viele Verfahren wie nie, wie von der "Neuen Osnabrücker Zeitung" verbreitete Zahlen des Bundesjustizministeriums zeigen. 2007 erledigten die Zivilgerichte demnach mehr als 11.500 Arzthaftungsverfahren, das waren gut 1700 Fälle oder fast 18 Prozent mehr als drei Jahre zuvor. Das Ministerium erwartet, dass die Zahl der Prozesse auch 2008 weiter zugenommen hat, wie Ressortchefin Brigitte Zypries (SPD) der Zeitung sagte.
Auch bei den freiwilligen Schlichtungsstellen der Landesärztekammern steigen nach Angaben der Ministerin die Zahlen stetig. 2008 verzeichnete die Bundesärztekammer demnach 10.967 Beschwerden, im Jahr zuvor lag die Zahl noch bei 10.432, 2006 bei 10.280.
Die Beschwerden bei den Schlichtungsstellen richteten sich 2008 in sieben von zehn Fällen gegen Krankenhäuser. Am häufigsten geltend gemacht wurden Fehler von Chirurgen und Unfallchirurgen. Im Bereich der Arztpraxen sahen sich Hausärzte und Orthopäden am häufigsten mit Vorwürfen konfrontiert. Im Schnitt etwa jeder vierte Beschwerdefall wird den Angaben zufolge von den Schlichtungsstellen als Behandlungsfehler anerkannt.
Zypries kündigte ein neues Patientenrechte-Gesetz an, damit Betroffene ihre Ansprüche gegen Ärzte einfacher verfolgen können. Zwar hätten die Patienten schon heute weitreichende Rechte. Diese seien aber auf viele verschiedene Gesetze verteilt und beruhten zum Teil auch nur auf Gerichtsurteilen. Ihr Ziel sei es, diese Rechte in einem einzigen Gesetz zu bündeln, "damit jeder seine Rechte und Pflichten nachlesen kann", sagte die SPD-Politikerin. Nur wer seine Rechte kenne, könne diese auch einfordern.
27. August 2009 - 13.02 Uhr
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