In Stuttgart sind ranghohe Vertreter aus Wirtschaft und Politik zum vierten Nationalen Informationstechnologiegipfel zusammengekommen. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) forderte in seiner Eröffnungsrede, die aktuelle Wirtschaftskrise mithilfe neuer Techniken zu überwinden. "Wir brauchen gerade jetzt den Erfolg dieser Branche. Wir sind noch nicht über den Berg." Ziel des IT-Gipfels müsse es daher sein, "ein Stück auch Faszination auszustrahlen".
Brüderle hob hervor, die Produktionsfortschritte der vergangenen Jahre seien zu über 40 Prozent auf Fortschritte in der Informationstechnik zurückzuführen. Jetzt sei die Herausforderung, in der Branche schneller Arbeitsplätze zu schaffen, als sie in anderen Bereichen abgebaut würden. "Nur so kommen wir gestärkt aus den Krisenentwicklungen der letzten Zeit heraus." Bislang stehe Deutschland in internationalen Vergleichen zur Hochtechnologie zwar "gut" da, sagte Brüderle. Der Minister betonte aber: "Wir wollen weiter nach vorne. Wir müssen noch besser werden."
Brüderle kündigte an, im kommenden Jahr eine "Gesamtstrategie" für die Informations- und Kommunikationstechnik in Deutschland vorlegen zu wollen. Ein Schwerpunkt davon solle der Ausbau der Breitbandtechnik sein. Die Bundesregierung strebe an, noch im kommenden Jahr allen Bürgern einen Internetanschluss mit einer Geschwindigkeit von einem Megabit bieten zu können. Das ist die langsamste DSL-Geschwindigkeit, die vor allem in ländlichen Gebieten bislang oft noch nicht verfügbar ist.
Gleichzeitig soll nach dem Willen Brüderles aber auch das besonders schnelle Internet vorangetrieben werden: So sollten 2014 drei Viertel der deutschen Haushalte die Möglichkeit haben, mit bis zu 50 Megabit im Internet zu surfen.
Der Ausbau der Breitbandnetze steht im Mittelpunkt des IT-Gipfels in Stuttgart. Weitere Themen sind unter anderem der elektronische Personalausweis, Sicherheit und Datenschutz sowie die Rolle des Staates im Internet.
8. Dezember 2009 - 12.14 Uhr
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