Der Unternehmer Lars Windhorst ist einem Zeitungsbericht zufolge zu einer Zahlung in Millionenhöhe an den britischen Hedgefonds-Fonds Audley Capital verurteilt worden. Die von Windhorst geführte Berliner Beteiligungsgesellschaft Vatas müsse nach einem Urteil des Landgerichts Berlin 29,4 Millionen Euro zahlen, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Windhorst und Audley. Windhorst sagte der Zeitung, das Urteil sei "völlig überraschend und unverständlich". Ein Audley-Sprecher erklärte: "Wir sind sehr zufrieden, dass das Gericht unsere Auffassung teilt. Wir haben nichts anderes erwartet."
Bei dem Streit geht es laut "Handelsblatt" um ein Geschäft mit Aktien des Münchner Altenheimbetreibers Curanum. Audley kaufte 2007 demnach drei Millionen Curanum-Aktien zum Stückpreis von 8,50 Euro. Grundlage sei die Zusicherung von Vatas gewesen, diese Aktien im Frühjahr zum Preis von 9,80 je Aktie zu übernehmen. Die Curanum-Aktie fiel von Dezember bis April allerdings um mehr als 50 Prozent auf weniger als fünf Euro. Als Audley seine Anteile wie vereinbart an Vatas verkaufen, lehnte Windhorst ab. Der Fonds verklagte die Firma deshalb und zeigte Windhorst wegen Insolvenzverschleppung an.
Das Landgericht Berlin sah es dem Bericht zufolge nun als erwiesen an, dass Audleys Forderung gegen Vatas rechtens ist. Was weiter passiert, ist demnach unklar. "Ob wir Berufung einlegen oder einen anderen Weg finden, überlegen wir noch", sagte Windhorst dem "Handelsblatt". Der Insolvenzverdacht jedenfalls sei abwegig.
Windhorst gilt als schillernde Figur in der deutschen Investmentbranche. In den 1990er Jahren wurde er als Wunderkind der deutschen Wirtschaft präsentiert. Inzwischen gehen mehrere Pleiten auf sein Konto.
30. Juli 2008 - 20.15 Uhr
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