Wien: Können nicht alle abgelehnten deutschen Studenten aufnehmen
AFP VOM 1.7.2005 | Nachrichten - Europarecht | 5030 Aufrufe Mehr zum Thema:Studienplatz, Zulassungsbeschränkung, Universität, Hochschule
- EuGH entscheidet am 7. Juli über Zulassungsbeschränkungen
Österreichs Bildungsministerin Elisabeth Gehrer hält es für "unmöglich", allen deutschen Schulabgängern einen Studienplatz anzubieten, die in ihrer Heimat nicht an einer Universität zugelassen werden. Für Österreich als "ein 8-Millionen-Volk, das in Nachbarschaft mit einem 80-Millionen-Volk lebt", sei es nicht möglich, all jenen Studienplätze zur Verfügung zu stellen, "die in Deutschland abgewiesen werden", sagte Gehrer der österreichischen Tageszeitung "Kurier" vom Freitag. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entscheidet am kommenden Donnerstag über die Zulassungsbeschränkungen für EU-Studenten an österreichischen Unis.
Es wird erwartet, dass der EuGH Österreich verpflichten wird, allen EU-Bürgern den gleichen Zugang zu seinen Universitäten zu ermöglichen. Dem Blatt zufolge fürchtet die Alpenrepublik in diesem Fall eine "Flut deutscher Numerus-Clausus-Flüchtlinge". Das Thema sei innerhalb der Europäischen Union zu diskutieren, sagte Bildungsministerin Gehrer weiter. Ihr Ministerium rechnet damit, dass bis zu 80.000 Deutsche zum Studieren nach Österreich kommen könnten, wenn die Alpenrepublik allen europäischen Studenten den gleichen Zugang gewähren muss.
Österreich ist das einzige Land in der EU, das keinen Numerus Clausus für bestimmte Studienfächer hat. Im laufenden Studienjahr hatten sich gut 32.000 neue Studenten an österreichischen Hochschulen eingeschrieben, davon knapp 8400 in Fächern, zu denen die Zulassung in Deutschland beschränkt ist.
1. Juli 2005 - 15.05 Uhr
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