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Wie lange Kindesunterhalt rückwirkend fordern?

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Wie lange Kindesunterhalt rückwirkend fordern?

Hallo...

Hoffe, jemand von Euch kann mir fundiert weiterhelfen. Meine zwei Kinder (13 und 15) leben seit 10 Jahren bei mir. Die Kindesmutter hat zwar nie Unterhalt für die Kinder gezahlt, aber ich habe vor Jahren vorübergehend Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt bekommen, den sie nun wohl zurückerstatten muss.

Mittlerweile wird meine Gutmütigkeit aber ziemlich ausgenutzt, so dass ich am Überlegen bin, nun doch Unterhalt für die Kinder einzufordern, selbst wenn ich nicht darauf angewiesen bin.

Sachstand ist der, dass ich Anfang 2008, 2009 und 2010 aus verschiedenen Streitsituationen heraus jeweils per Einschreiben Unterhalt und Offenlegung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse eingefordert habe. Allerdings hat sich die Sache dann wieder beruhigt, so dass ich es dabei belassen habe. Zum 02.01.2011 habe ich nochmals per Einschreiben mit Rückschein KU eingefordert und um Offenlegung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse gebeten. Ich beabsichtige das jetzt auch durchzuziehen.

Kann mir jemand sagen, ob eine rückwirkende Forderung des KU auf Grund der schriftlichen Aufforderung möglich ist, oder ob da erst was geht, wenn der Anwalt tätig wird?

Sie ist neu verheiratet und arbeitet nur nebenbei. Ihr Mann schein gut zu verdienen (was jedoch allenfalls bei einem Taschengeldanspruch von Interesse sein dürfte). Ihr gemeinsames Kind ist über 3 Jahre alt, die Aufnahme einer Vollzeiterwerbstätigkeit durchaus möglich, weshalb ich von einer fiktiven Einkommensberechnung ausgehen würde.

Danke schon mal für fundierte Infos.

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"Leben und Leben lassen..."

-- Editiert am 15.01.2011 17:30


von MarkOh am 15.01.2011 17:28
Status: Philosoph (593 Beiträge)
Userwertung:  2,7  von 5 (von 17 User(n) bewertet)

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>Wie lange Kindesunterhalt rückwirkend fordern?
Mir schwirrt da so eine Verjährungsfrist von drei Jahren durch den Kopf. Was ich machen würde: schleunigst den Mindestunterhalt austitulieren lassen. Das machen zumindest bei uns auf der Kante die Familiengerichte schnell und unproblematisch. Das mit der Vergangenheit, das wäre mir zu riskant angesichts des kleinen Kindes aus 2. Ehe. Wobei natürlich ein weiteres Kind nicht von der Unterhaltsverpflichtung für die Großen entbindet.

Das mit dem Taschengeld greift erst, wenn Du einen Titel gegen die Mutter hast, sie trotzdem nicht zahlt. Dann kannst Du das Taschengeld beim Ehemann pfänden.

Ach ja, und da sie von ihrem Ehemann versorgt wird, kann natürlich auch ihr ganzer Verdienst für den Kindesunterhalt draufgehen.

wirdwerden

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von wirdwerden am 15.01.2011 17:59
Status: Tao (13667 Beiträge)
Userwertung:  2,3  von 5 (von 267 User(n) bewertet)

>Wie lange Kindesunterhalt rückwirkend fordern?
quote:
Sachstand ist der, dass ich Anfang 2008, 2009 und 2010 aus verschiedenen Streitsituationen heraus jeweils per Einschreiben Unterhalt und Offenlegung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse eingefordert habe.

Damit hast du die Kindesmutter wohl wirksam in Verzug gesetzt, so dass m.E. Unterhalt ab 2008 verlangt werden könnte.

Die Frage ist nur, in welcher Höhe dann auch Unterhalt gezahlt werden muss ... denn wenn sie in dieser Zeit ein Kind unter 3 Jahren zu betreuen hatte, dann könnte es schon sein, dass sie halt nicht leistungsfähig war.

Wenn die Kindesmutter jetzt eigenes Geld verdient, dann entfällt der Taschengeldanspruch gegen den Ehemann. Allerdings könnte ihr Selbstbehalt herabgesetzt werden, da sie ja in der Ehe versorgt ist.

Du könntest Klage auf Unterhalt einreichen und rückwirkend ab 2008 Unterhalt verlangen. Das würde ich dir sogar empfehlen, damit die Ansprüche geltend gemacht werden. Nur wenn nix zu holen ist, dann wirst du vielleicht erst einmal eine lange Nase machen. Eine Vollzeitstelle muss sie nicht annehmen, solange das Kind noch nicht in die Schule geht ... und wenn sie mit ihrem Nebenjob nicht viel verdient, dann ist die Frage, wie viel letzten Endes für den Unterhalt zur Verfügung steht ...


von Marcus2009 am 15.01.2011 18:04
Status: Unsterblich (968 Beiträge)
Userwertung:  3,1  von 5 (von 57 User(n) bewertet)

>Wie lange Kindesunterhalt rückwirkend fordern?
@ Marcus: ein "neues" Kind ist nicht geeignet, die grundsätzliche Verpflichtung zur Zahlung des Unterhaltes für die "alten" Kinder aufzuheben. Das Problem ist doch, dass hier schon viel zu lange geschlurt wurde. Wie das Gericht das werten wird, vermag ich nicht abzuschätzen. Aber der laufende Unterhalt sollte schnell und unproblematisch durchsetzbar sein. Darauf würde ich mich konzentrieren.

wirdwerden

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von wirdwerden am 15.01.2011 18:10
Status: Tao (13667 Beiträge)
Userwertung:  2,3  von 5 (von 267 User(n) bewertet)

>Wie lange Kindesunterhalt rückwirkend fordern?
Hallo ,

Hilfreich könnte auch dieser Bericht sein:

http://www.die-trennungsseite.de/FAQ-Ehegattenunterhalt.html

weiter unten bei Überschrift;

Brauche ich für die Unterhaltsberechnung einen Anwalt?

lg
edy

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"Mein Motto:
irgendwie geht's schon"

-- Editiert am 15.01.2011 18:34


von edy am 15.01.2011 18:19
Status: Unsterblich (3040 Beiträge)
Userwertung:  3,2  von 5 (von 33 User(n) bewertet)

>Wie lange Kindesunterhalt rückwirkend fordern?
Im Prinzip war es so, dass ich eigentlich nicht geschludert habe, sondern die Sache nicht weiterverfolgt habe. Ich war finanziell auf den Kindesunterhalt nicht angewiesen und wollte auch nicht unnötig Terror machen.

Was die erhöhte Erwerbspflicht angeht, so bin ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass diese ab dem 3. Lebensjahr des Kindes gilt. Aber gut, das muss man mal schauen.

Wichtig ist mir eigentlich die Frage, ob meine schriftliche Aufforderung aus 2010 und 2011 bereits ausreicht um die Kindesmutter in Verzug gesetzt zu haben. Ein jahr rückwirkend würde mir schon reichen. Selbst wenn ich das Geld nicht brauche, man kann es ja für die Kinder anlegen, falls was rauskommen sollte.

Irgendwie stinkt mir nur, dass meine Gutmütigkeit diesbezüglich ständig ausgenutzt wird. Damit muss jetzt mal Schluss sein.

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"Leben und Leben lassen..."


von MarkOh am 15.01.2011 18:59
Status: Philosoph (593 Beiträge)
Userwertung:  2,7  von 5 (von 17 User(n) bewertet)

>Wie lange Kindesunterhalt rückwirkend fordern?
Hallo MarkOh,

Hast du den von mir aufgeführten Link gelesen ?

Da steht, das die richtige Form der "in Verzugsetzung"

eingehalten werden muss.

lg
edy




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"Mein Motto:
irgendwie geht's schon"

-- Editiert am 15.01.2011 19:11


von edy am 15.01.2011 19:10
Status: Unsterblich (3040 Beiträge)
Userwertung:  3,2  von 5 (von 33 User(n) bewertet)

>Wie lange Kindesunterhalt rückwirkend fordern?
Mark, das mit dem Schluren war nicht als Vorwurf gedacht. Nur, ehe ich mich nach so langer Zeit auf einen Nervenkrieg mit der Ex einlassen würde, würde ich halt schnell und zügig den Mindestunterhalt gerichtlich durchsetzen lassen. Aber falls Du den anderen Weg gehen willst, nochmals:

da das kleine Kind nicht von Dir ist, ist es völlig einerlei, ob sie es hat oder nicht. Es reduziert nicht die Unterhaltsverpflichtung gegenüber den Großen! Auf die Zumutbarkeit eines Jobs wegen des kleinen Kindes kommt es also gar nicht an. Evtl. darauf, dass sie trotz intensiver Bemühungen nichts findet, aber das ist eine andere Kiste!

wirdwerden

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von wirdwerden am 15.01.2011 19:15
Status: Tao (13667 Beiträge)
Userwertung:  2,3  von 5 (von 267 User(n) bewertet)

>Wie lange Kindesunterhalt rückwirkend fordern?
Den Link habe ich gelesen - Danke nochmal. So wie ich das sehe, habe ich wohl alles richtig gemacht. Meine ich jetzt mal. Die dort genannten Punkte habe ich jedenfalls berücksichtigt, wenngleich auch nur zufällig.

Ich denke mal, das Beste wird wohl sein, doch mal zum Anwalt zu gehen und das dort abklären zu lassen. Wollte nur mal eine Info, ob die rückwirkende Forderung der Ansprüche, wenn in Verzug gesetzt aber nicht durchgesetzt, noch Bestand hat. Ich werd mal eine Info reinsetzen, was der Anwalt meint.

Danke aber schon mal... ;-)

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"Leben und Leben lassen..."


von MarkOh am 15.01.2011 19:44
Status: Philosoph (593 Beiträge)
Userwertung:  2,7  von 5 (von 17 User(n) bewertet)

>Wie lange Kindesunterhalt rückwirkend fordern?
--- editiert vom Admin


von guest-12317.02.2011 16:55:55 am 15.01.2011 19:46
Status: Unsterblich (1169 Beiträge)
Userwertung:  2,1  von 5 (von 83 User(n) bewertet)

>Wie lange Kindesunterhalt rückwirkend fordern?
Ob mein Einkommen nun zwei- oder dreimal so hoch ist wie das der KM, kann ich bis jetzt nicht beurteilen. Normaler Bürojob mit kleinem Einkommen, aber ohne Anspruch auf ALG II oder so.

Soweit ich weiß, ist mein Einkommen aber völlig uninteressant, weil ich meine Unterhaltsverpflichtung den Kindern gegenüber durch Betreuuung und Verpflegung entrichte. Ich könnte wohl auch 20.000 Euro im Monat verdienen und die KM wäre barunterhaltspflichtig - eben entsprechend ihres Einkommens. Ihre Unterhaltspflicht entfällt nicht nur, weil ich ein paar Euro mehr verdiene.

So dürfte sich die Sache auch so gestalten, dass ihr ein fiktives Einkommen angerechnet wird, da ihr anderes Kind über 3 Jahre alt ist. Ungelernt gehe ich mal von einem fiktiven Ansatz in Höhe von etwa 1000 Euro Netto aus. Zumindest hab ich sowas vorhin mal gegoogelt. Ob's stimmt, weiß ich nicht. Wird mir der Anwalt schon sagen.

Ihr Mann verdient allerdings gut (auch wenn er selbst nicht herangezogen werden kann), sie geht arbeiten, dann soll sie wenigstens etwas zahlen. Und sei es nur aus Prinzip. Auch wenn ich es nur für die Kinder auf Seite lege...

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"Leben und Leben lassen..."

-- Editiert am 15.01.2011 19:56


von MarkOh am 15.01.2011 19:50
Status: Philosoph (593 Beiträge)
Userwertung:  2,7  von 5 (von 17 User(n) bewertet)


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