Widerrufsfrist bei Onlineauktionen über die Internetplattform eBay

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Wer Waren über die Internetplattform eBay gewerblich anbietet, ist als Unternehmer verpflichtet, den Verbraucher über das Bestehen und die Bedingungen des diesem zustehenden Widerrufsrechts zu informieren (§ 312c Abs. 1 BGB i.V.m. § 1 Abs. 1 Nr. 10 BGB-InfoV). Prinzipiell beträgt die Widerrufsfrist gemäß § 355 Abs. 1 BGB zwei Wochen. Wird die Belehrung erst nach Vertragsschluss mitgeteilt, beträgt die Frist gemäß § 355 Abs. 2 BGB einen Monat. Erfolgt eine Belehrung nicht, beginnt die Frist zur Ausübung des Widerrufsrechts nicht zu laufen. Für den reibungslosen Geschäftsablauf eines gewerblichen Anbieters kann es mithin elementar sein, die vorgeschriebene Belehrung richtig durchzuführen. Ferner setzt sich der gewerbliche Anbieter auch der Gefahr der Abmahnung aus.

Die einfache Bekanntgabe der Widerrufsmöglichkeit im Text der Onlineauktion selbst genügt dem schriftformerfordernis nicht, so dass bei Onlineauktionen regelmäßig eine Widerrufsmöglichkeit innerhalb eines Monats besteht. Der gewerbliche Verkäufer müsste, damit der Käufer "nur" ein zweiwöchiges Widerrufsrecht hat, den Download und die Speicherung auf dem Rechner des Bieters gewährleisten, bevor es zu einem Vertragsabschluss kommt. Hierfür stellt eBay keine technischen Möglichkeiten zur Verfügung. Eine weitere Möglichkeit wäre es, dem Bieter automatisiert unmittelbar nach Abgabe seines Gebotes die allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Widerrufsbelehrung per E-Mail zukommen zu lassen, wobei diese Möglichkeit nicht auf die sofort-Kauf-Auktionen erfolgreich angewendet werden kann.

Hier kann dem Käufer zumindest die Belehrung nach Vertragsschluss automatisiert überreicht werden, so dass die Widerrufsfrist einen Monat beträgt.

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Der gewerbliche Anbieter muss sich im Klaren darüber sein, dass der Käufer von seinem Widerrufsrecht unbefristet Gebrauch machen kann, wenn überhaupt keine Belehrung erfolgt. Schützen Sie sich als gewerblicher Anbieter vor Abmahnungen und vor betriebswirtschaftlichem Risiko, in dem eine Belehrung form- und fristgerecht erfolgt.

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