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Wenn Kinder zu Hause ausziehen wollen

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Wenn Kinder zu Hause ausziehen wollen

Hallo, ich habe da mal eine Frage. Mein Stiefsohn wohnt bei der Mutter und ihrem Mann. Es gibt seit vielen Jahren Familienprobleme und mein Stiefsohn ist jetzt 18 Jahre und will endlich ausziehen. Er besucht noch 1,5 Jahre eine Fachschule für Wirtschaft. Da er ja jetzt 18 Jahre ist, könnte er ja ausziehen und Bafög beantragen, damit der Auszug möglich ist. Die Mutter verweigert das Ausfüllen der Verdienstbescheinigung und will auch keine Aufkunft über ihr Vermögen geben. Was soll der Junge jetzt machen? Er bekommt keinerlei Unterstützung von seinen Eltern und das schon seit vielen Jahren.
Zum Jugendamt will er nicht gehen, da er es zu Hause ja noch aushalten muss.
Die Eltern drehen ihm permanent die Heizung ab, er darf nicht duschen, hat kein Internet und auch kein Fernsehanschluss. Hilfe bei Hausaufgaben gab es wohl noch nie, Zensuren sehen sehr schlecht aus.
Wir, der leibliche Vater und ich, kümmern uns sehr viel um ihn, geht natürlich auch nur wenn er es zulässt. Seine Eltern dürfen bis heute nicht wissen, dass wir mit dem Jungen Kontakt haben (wohnen 300m auseinander).

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von guest-12301.02.2012 10:32:48 am 20.01.2012 14:59
Status: Praktikant (10 Beiträge)
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>Wenn Kinder zu Hause ausziehen wollen
Hallo vielen Dank für die schnelle Antwort. Den Jungen bei uns aufzunehmen, haben wir gestern abend gerade mit ihm drüber gesprochen. Er würde es gerne sofort machen, hat aber Angst vor der Konsequenz, dass die Eltern dann sofort mit ihm nichts mehr zu tun haben wollen. Er hat uns erzählt, dass er vor seinem Stiefvater panische Angst hat, die Frage nach Schlägen hat er verneint. Er würde sich gerne einen Nebenjob suchen, geht aber nicht, da wir auf einen einsam liegenden Dorf wohnen und er nicht mobil ist. Ausserdem wenn er zu uns ziehen würde, hätten wir erstmal richtig zu tun, seine schulischen Leistungen zu verbessern.
Da habe ich noch etwas, mein Stiefsohn hat eine Freundin und die Eltern würden ihn gerne mit in den Urlaub nehmen. Seine eigenen Eltern wollen es ihm aber verbieten, sie drohen ihm "wenn du mitfährst brauchst du hier nicht mehr herkommen". Ich bin ein bischen Sprachlos. Also ich weiss in Moment auch nicht weiter, kann man denn gar nichts machen?
Florentine

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von guest-12301.02.2012 10:32:48 am 21.01.2012 10:04
Status: Praktikant (10 Beiträge)
Userwertung:  0,0  von 5 (von 0 User(n) bewertet)

>Wenn Kinder zu Hause ausziehen wollen
@Florentine:

quote:
Hallo vielen Dank für die schnelle Antwort. Den Jungen bei uns aufzunehmen, haben wir gestern abend gerade mit ihm drüber gesprochen. Er würde es gerne sofort machen, hat aber Angst vor der Konsequenz, dass die Eltern dann sofort mit ihm nichts mehr zu tun haben wollen.

Mit der Konsequenz wird er im Zweifelsfall wohl leben müssen. Er muss sich halt entscheiden, was er will und was ihm wichtig ist. Klar ist das nicht unbedingt einfach, aber nur jammern ohne etwas konsequent im Rahmen der eigenen Möglicheiten zu ändern, ist nicht wirklich hilfreich.

quote:
Ausserdem wenn er zu uns ziehen würde, hätten wir erstmal richtig zu tun, seine schulischen Leistungen zu verbessern.

Auch die Verbesserung der schulischen Leistungen wird vorrangig seine eigene Aufgabe sein. Wobei es natürlich positiv ist, wenn Ihr ihn dabei so weit als möglich unterstützt.

Wie soll denn der weitere Schulbesuch überhaupt organisiert werden? Immerhin dürfte ja vermutlich auch die Schule nicht gerade bei Euch "um die Ecke" sein, wenn der Wohnort jetzt 300 km entfernt ist.

quote:
Seine eigenen Eltern wollen es ihm aber verbieten, sie drohen ihm "wenn du mitfährst brauchst du hier nicht mehr herkommen".

Dein Stiefsohn ist volljährig. Somit können die Eltern ihm kaum verbieten in den Urlaub zu fahren. Wenn die Konsequenz daraus dann ist, dass die Eltern ihn nicht wieder bei sich wohnen lassen wenn er zurück ist, dann ist auch das eine Konsequenz, mit der er wird leben müssen und die ihm vielleicht auch durchaus Chancen eröffnet.

Alles in allem scheint mit das ganze Thema eigentlich weniger ein rechtliches, als vielmehr ein familiäres Problem zu sein, sodass das Ganze in diesem Forum eigentlich etwas deplaziert ist. Oder gibt es in dem Zusammenhang konkrete rechtliche Fragen?

Gruß,

Axel


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"Ausführliche Infos zu ALG 2 auf meiner Website: http://www.axelkrueger.info"


von AxelK am 21.01.2012 15:37
Status: Tao (10383 Beiträge)
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>Wenn Kinder zu Hause ausziehen wollen
@ florentina,

wie kommst Du dazu, als Nicht-Elternteil Dich einzumischen und aufzuwiegeln?

In Deinem Beitrag wird noch nicht mal klar, wer der rechtliche Vater ist: Ist es Dein Mann, oder wurde der nunmehr Volljährige von seinem Stiefvater adoptiert?

quote:
Den Jungen bei uns aufzunehmen, haben wir gestern abend gerade mit ihm drüber gesprochen. Er würde es gerne sofort machen, hat aber Angst vor der Konsequenz, dass die Eltern dann sofort mit ihm nichts mehr zu tun haben wollen.

Da er ja jetzt 18 Jahre ist, könnte er ja ausziehen und Bafög beantragen, damit der Auszug möglich ist.


Natürlich kann der nunmehr Volljährige jederzeit Zuhause ausziehen, doch ob er dann noch einen Unterhaltsanspruch gegen den Elternteil, bei dem er bisher lebte, erfolgreich geltend machen kann, dürfte die große Frage sein, sofern er ohne triftigen Grund auszieht. Schon mal was vom elterlichen Bestimmungsrecht gehört?

Und wenn die Wirtschaftsschule, die der Junge besucht, obendrein zu den allgemeinbildenden Schulen gehört, dürfte vermutlich auch kein Anspruch auf BAFÖG bestehen. Genaueres erfährt der arme Junge aber auf der Bafögseite von studis-online.

quote:
Die Mutter verweigert das Ausfüllen der Verdienstbescheinigung und will auch keine Aufkunft über ihr Vermögen geben.

Um was geht es hier eigentlich? Um Bafög oder Unterhaltsneuberechnung nach Volljährigkeit?

Wenn es hier um die Unterhaltsneuberechnung nach Eintritt der Volljährigkeit geht, hat der bisher allein bar unterhaltsverpflichtete Elternteil einen direkten Auskunftsanspruch nach § 242 BGB gegen den anderen Elternteil, der nun ebenfalls barunterhaltspflichtig wird. Da gibt's Urteile - ich glaube sogar BGH - in dem Tenor, dass es dem unterhaltsberechtigten volljährigen Kind nicht zumutbar ist, seinen Auskunftsanspruch nach §1605 BGB gegen einen Elternteil gerichtlich geltend zu machen.

Sofern's um die Formulare für's Bafögamt geht, kann der Junge ja den Erfolg eines Vorausleistungsantrags dort prüfen lassen und wird aufgeklärt über seine Ansprüche.

Was willst Du mit dem aufhetzen des Jungen und einer Übersiedlung zu Euch außer zusätzlichen Problemen erreichen? Glaubst Du, s'wird billiger und sein Unterhaltsanspruch würde geringer, wenn er zu Euch zieht? Das ist ein Irrtum, denn beide Elternteile sind ab Volljährigkeit entsprechend ihres Einkommens barunterhaltspflichtig, egal bei welchem Elternteil das unterhaltsberechtigte volljährige Kind lebt.



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von heiligs_blechle am 21.01.2012 15:38
Status: Legende (200 Beiträge)
Userwertung:  4,0  von 5 (von 4 User(n) bewertet)

>Wenn Kinder zu Hause ausziehen wollen
@AxelK: Die TE schreibt hier von 300 Metern und nicht Kilometern.
Die eventuelle zusätzliche Entfernung zur Schule dürfte somit machbar sein.

Aber generell hat Axel recht: Der Junge muss sich entscheiden, was er will. Meiner Meinung nach hat er Anspruch auf Unterhalt von seiner Mutter, wenn er zu seinem Vater (also zu deinem Mann) zieht. Generell sind beide Eltern unterhaltspflichtig, aber der Unterhalt kann auch in Naturalien abgegolten werden, wie Unterkunft oder Essen. Allerdings sollte es der Entscheidung des Jungen vorbehalten sein, von wem er diese Naturalien annimmt.

Gruß

Shihaya

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"Ich bin nur verantwortlich für das, was ich sage und nicht für das, was ihr versteht!"


von Shihaya am 21.01.2012 16:41
Status: Philosoph (714 Beiträge)
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>Wenn Kinder zu Hause ausziehen wollen
Hallo, erstmal vielen Dank für die vielen Antworten. Es scheint ja ein sehr strittiges Thema zu sein. Warum sollte ich den Jungen zwingen oder beeinflussen zu uns zu ziehen? Dieser Psychostress mit dem Jungen geht jetzt 14 Jahre, ich möchte auch endlich meine Ruhe und mein Mann (leiblicher Vater) auch. Was vielleicht noch sehr wichtig ist, Unterhalt wird von uns gezahlt. Laut Tabelle könnten wir es gar nicht, weil das Einkommen nicht ausreicht, wir machen es aber trotzdem, denn es ist für den Jungen.
Es geht hier einzig und allein um das wohl des Jungen. Er lebt bei seiner Mutter und dem Stiefvater im Haus. Mit dem Stiefvater kommt er überhaupt nicht klar, nicht nur das, er hat regelrecht angst vor ihm. Eine Adoption wurde nicht gemacht, gut fürs Kind. Ich habe ihm empfohlen sich heute an das Jungendamt zu wenden, die sind bestens vertraut mit dieser ganzen Sache, ebenfalls seit 14 Jahren.
Ich mische mich auch nicht in dieser Sache ein, mein Stiefsohn hat mich und meinen Mann um Hilfe gebeten.
Florentine7


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von guest-12301.02.2012 10:32:48 am 23.01.2012 06:38
Status: Praktikant (10 Beiträge)
Userwertung:  0,0  von 5 (von 0 User(n) bewertet)

>Wenn Kinder zu Hause ausziehen wollen
Er ist volljährig und kann hinziehen wo er will. Wenn er zu Ihnen zieht, fällt der Unterhalt weg, also wär das finanziell wohl keine Belastung.

Wenn seine Mutter dann nichts mehr mit ihm zu tun haben will, ist das bitter, aber dann weiß er wenigstens, woran er ist.

Das gleiche gilt natürlich auch für den Urlaub mit Freundin und deren Eltern.

Es gibt hier keine rechtliche Frage. Oder geht es darum, daraus irgendwie Kapital zu schlagen?

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"Wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch."


von bear am 24.01.2012 10:21
Status: Unsterblich (2827 Beiträge)
Userwertung:  2,2  von 5 (von 33 User(n) bewertet)

>Wenn Kinder zu Hause ausziehen wollen
Das ist doch so eine typische "wasch mir den Pelz aber mach mich nicht naß" Situation. Erst einmal muß das Kind wissen, was es will. Entweder er duldet sie Situation, in Ordnung, dann muß er damit leben und nicht jammern. Oder er zieht Konsequenzen. Anders geht es nun mal nicht. Wenn er seine Mutter (schriftlich) auffordert, ihm die Belege zu geben für den BaföG-Antrag, sie es aber nicht tut, dann ist der 2. Schritt angesagt, nämlich dass die Behörde die Mutter anschreibt und ihr ein Zwangsgeld androht. Das funktioniert, aber es ist eben der 2. Schritt. Allerdings habe ich erhebliche Zweifel, dass diese Ausbildung überhaupt "Bafög-fähig" ist. Das ist aber vorab rauszufinden.

Ist doch alles nicht so schwierig, wenn man weiß, was man will.

wirdwerden

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von wirdwerden am 24.01.2012 11:07
Status: Tao (13672 Beiträge)
Userwertung:  2,3  von 5 (von 267 User(n) bewertet)

>Wenn Kinder zu Hause ausziehen wollen
Hallo, vielen Dank für die Antworten. Der Stand der Dinge ist jetzt noch anders geworden. Jetzt wissen wir, warum mein Stiefsohn unbedingt Bafög beantragen will und muss. Er geht auf eine Fachoberschule, da kann er Schülerbafög beantragen. Er muss zu Hause unbedingt raus, da seine Eltern (leibl. Mutter und Stiefvater) in psychisch so kaputt gemacht haben, dass er, um die Schule überhaupt noch schaffen zu können, aus den Familienverhältnissen raus muss und jetzt auch will.
Selbst eine Ausbildung wo er Geld verdienen würde, hätte er nie die Kraft gehabt von allein auszuziehen, denn wir wissen jetzt das er panische Angst vor den Eltern hat und ein echtes psychisches Problem. Endlich hatte er die Kraft und hat mich gebeten mit ihm ins Jungendamt zu gehen, damit ihm endlich jemand richtig helfen und unterstützen kann. Seit 14 Jahren wird er so eingeschüchtert von der Mutter das grenzt schon fast an Kindesmisshandlung. Er musste bei der Seele seines toten Hundes schwören, dass er niemals von meinem Mann (leibl. Vater) Geschenke annimmt. Er hat Großeltern die diese Dramatik irgendwann erkannt haben und gut zu dem Jungen sind. Die Mutter hats bemerkt und jedesmal wenn irgendetwas nicht so läuft wie die Mutter es wünscht, greift sie nach dem Telefon, droht den Opa anzurufen. Beim letzten Herzinfarkts des Opas wurde dann gesagt von der Mutter "ja jetzt kannst du mal sehen, dein Opa hat deinetwegen einen Herzinfarkt".
Als 6 jährer bekam er vom Stiefvater eine viel zu gr0ße Arbeitsjacke angezogen, wurde ins Auto gesetzt an einen Friedhof gefahren und es wurde gesagt "hier setze ich dich jetzt ab, da kannst du deine Freunde suchen", es war spät abends im dunkeln. Er hat ihn nicht dort abgesetzt,
weil dem Stiefvater die Gefahr zu groß war, es könnte jemand mitbekommen. Die Mutter saß zu Hause vor dem Fernseher und hat nichts dazu gesagt, bis heute nicht. Der Junge ist so kaputt, die Mitarbeiterin des Jugendamtes wollte ihn gleich in eine Klinik einweisen lassen, das wollte er aber nicht, denn er kann sich einfach nicht von den Familienverhältnissen lösen.
Sorry, das ich jetzt so viel geschrieben habe, ich möchte niemanden langweilen. Vielleicht interessiert es aber doch jemanden.
Florentine

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von guest-12301.02.2012 10:32:48 am 28.01.2012 06:51
Status: Praktikant (10 Beiträge)
Userwertung:  0,0  von 5 (von 0 User(n) bewertet)


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