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Weiteren Auftrag entzogen, arbeiten mangelhaft, angeblich Material schon bestellt?

18.5.2017 Thema abonnieren
 Von 
robinson1
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Weiteren Auftrag entzogen, arbeiten mangelhaft, angeblich Material schon bestellt?


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben Probleme mit einem Werkvertrag.

Wir haben einen Schreinermeister beauftragt in unserem Haus eine Türzarge mit Türblatt in einen Wanddurchbruch zu bauen, einen Korkboden zu verlegen und nach Fertigstellung eines Anbaus dort Parkett zu verlegen.

Die Arbeiten in dem Bestandshaus sind nun erledigt, jedoch nicht zu unserer Zufriedenheit:

Die Türzarge hat oben ca. 1,5 bis 2,0 cm Luft zur Wand, unten ca. 5mm zum Boden.
Die Übergangsschiene löst sich und klackert beim übertreten. Da bei 3 von 5 Schrauben das Gewinde durchgedreht ist, können wir die Schrauben nicht selbst festziehen.
Die neue Tür fällt von alleine zu, was sehr ärgerlich ist, da sie an einer häufig genutzten Position steht und man sie dann immer wieder aufmachen muss.

Kritik an dem Schlitz lehnt der Schreiner ab, da der Durchbruch seiner Meinung nach oben schief ausgeschnitten ist. Dies begründet er auch damit dass auf der einen Seite der Schlitz bis 2cm ist und auf der anderen Seite nur ca. 5mm.

Zumindest diese 5mm hätte er aber wenigstens mit der Zarge überdecken können, so dass nur auf der anderen Seite ein minimaler Schlitz wäre. Das hätte er aber alles beim Aufmaß feststellen und uns informieren müssen.
Oder spätestens beim Einbau hätte er es bemerken und uns informieren müssen.

Für die Parkettarbeiten in dem Anbau hat der Schreiner bereits nach 2 Wochen nach Estrichlegung eine CM Messung durchgeführt, was unüblich früh ist.
Er sagte, der Estrich sei noch viel zu feucht, wir werden um eine Feuchtigkeitssperre für 565 Eur nicht drum herum kommen. Das verwirrte uns, da der Estrich nach 2 Wochen natürlich noch nicht getrocknet sein kann.

Trotz mehrfachem Hinweis, dass uns die Funktion der Feuchtigkeitssperre nicht zusagt und auch die Kosten zu hoch sind, sprach er dies immer wieder an. Da er auch immer einen Vorkassebetrag wollte, hatten wir das Gefühl, dass er knapp bei Kasse ist.

Bei der letzten CM Messung war der nur 5cm Estrich schon 7 Wochen alt aber der Schreiner sagte, es würde noch mindestens 4 Wochen dauern und verwies wieder auf die Möglichkeit der Feuchtigkeitssperre.

Am 26.4. machten wir also einen Termin für die nächste Messung am 26.5.

Er brach die CM Messungen immer nach einigen Minuten ab, mitlerweile wissen wir, dass man 20 Min. auf das Ergebnis warten muss, da sich der Wert einpendelt, also auch senken kann.

Auch bemängelte er den viel zu unebenen Estrich und maß mit einer 80 cm Wasserwage und sagte die Unebenheiten dürfen nur 3mm auf 80cm betragen (richtig ist nach DIN 18202 4mm auf 1,0m).

Er machte uns ein Angebot zum Spachteln von 5mm über 535 Eur und sagte, dass die Bodenoberkante von dem Bestandshaus dann wohl auch um 5mm überschritten wird, so, dass wir dann keinen glatten Übergang haben.
Das wäre für uns sehr ärgerlich, da wir einen ebenen Übergang mit allen Handwerkern von Anfang an im Auge hatten.

Durch verschiedene Vorort-Termine mit Bodenlegern (Ri,Loo,Ger,Z,Fi) fanden wir einen sehr kompetenten Bodenverleger der uns mit einer Fräsung und einer wesentlich geringeren Aufspachtelung ein günstigeres Angebot gemacht hat mit der Garantie, den Durchgang eben gestalten zu können.

Auch konnte er sofort mit fräsen und spachteln beginnen, während der Schreiner immer sagte, dies wäre erst nach der Trocknung möglich.

Da wir also mit den bisherigen (einfachen Verlegearbeiten und Schreinerarbeiten) mit dem Schreinermeister nicht zufrieden waren und bei den Arbeitsvorbereitungen für den Anbau erhebliche Zweifel an einem zufriedenstellenden Gewerkserstellung hatten, haben wir ihm am 4.5. telefonisch mitgeteilt, dass wir den Auftrag anderweitig vergeben werden.

Er zeigte Verständnis, wies aber darauf hin, dass er den Parkett-Kleber schon gekauft hat. Auf mein Angebot, den Kleber am gleichen- oder Folgetag abzuholen ging er nicht ein und sagte, er wolle erst eine Rückgabe prüfen.

Uns wundert das sehr. Zum einen mussten wir immer lange auf seine Materialbestellungen warten und er wollte immer die Materialkosten als Vorkasse. Diesmal hatte er "nur" 100 EUR Vorkasse und hat dann einige Wochen vorher Kleber für 200 EUR gekauft? Die Absage am 4.5. war 19 Werktage vor einer weiteren CM Messung. Nach der CM Messung hätte erst der Boden gespachtelt und trocknen müssen bevor das Parkett verklebt werden kann.

Ich habe nach der Bestellung und der Rechnung gefragt.

Am 7. Mai (Sonntag) schrieb er uns dann eine Nachricht, dass er heute den Klebstoff bringen will und uns die Schlußrechnung per Mail sendet.

Dies habe ich abgelehnt und um eine Begründung gebeten warum er den Kleber nicht zurück geben kann und erneut um die Bestellung oder Rechnung gebeten. Gleichzeitig habe ich unsere Mängel an seinen Arbeiten aufgeführt und um Nachbesserung gebeten.

Er schreibt, dass "der Großhändler bis 1. Mai keine frostempfingliche Ware zurück nimmt" und er die Ware ja schon länger hat.

Auf meine erneute Bitte nach Bestellung und Rechnung ist er erneut nicht eingegangen.

Anfang der Woche haben wir ein Einschreiben mit Rückschein erhalten mit einer Endabrechnung, die den Kleber enthält.

Wir sind aber nicht bereit, den Kleber ohne Nachweis zu kaufen, noch die abgeschlossenen Arbeiten in dem mangelhaften Zustand voll zu bezahlen und suchen Hilfe, da wir 100 EUR Vorkasse bezahlt haben.

Zusammenfassung: Der Schreinermeister möchte noch 200 EUR Kleber - 100 EUR Vorkasse = 100 EUR von uns.

Wir möchten am liebsten die Vorkasse zurück und die Arbeiten selbst irgendwie beheben.

Wenn wir den Kleber zahlen müssen, möchten wir auf jeden Fall einen Beleg haben, aus dem ersichtlich ist, dass er den Kleber für uns gekauft hat. Haben wir ein Recht darauf den Kleber in Frage zu stellen und die Bestellung oder Rechnung zu sehen?

Wenn wir dann die 100 EUR noch zahlen müssen, aber doch erst, wenn alle Mängel behoben sind?
Sind die aufgeführten Punkte wirklich rügbare Mängel?

Wir gehen wir am besten vor, welches ist die richtige Reihenfolge?
Das Auftragsvolumen für die restlichen Arbeiten war 200 Euro netto Material plus 513 netto Lohn.

Vielen Dank

Mit freundlichen Grüßen

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