Die Musiker und die GEMA

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Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und Vervielfältigungsrechte

Die wichtigste Vereinigung für Musiker bildet die GEMA.

Diese wird hier am Ausführlichsten behandelt, auch weil sich die einzelnen Verwertungsgesellschaften untereinander stark ähneln.

Die Gema ist ein Verein, der an das Urheberwahrnemungsgesetz gebunden ist und der Kontrolle des DPMA sowie den Kartellbehörden unterliegt. Es ist die Aufgabe der GEMA, in treuhänderischer Weise Urheberrechte ihrer Mitglieder zu wahren und in ihrem Namen eine angemessene Vergütung zu fordern. Die GEMA ist nach dem Wahrungsgesetz dazu verpflichtet, jeder Nutzung von geschützten Werken nachzugehen, sowie nach Deckung der Verwaltungskosten, derzeit 14,4%, die Erträge an die Mitglieder abzuführen.

Wann ist eine Mitgliedschaft sinnvoll?

Eine Mitgliedschaft bei der GEMA ist jedem Künstler zu empfehlen, dessen Werke bereits öffentlich aufgeführt, gesendet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Nach der Satzung der GEMA gibt es drei Arten von Mitgliedern:

  1. Angeschlossene Mitglieder sind solche Künstler, die einen Antrag auf Aufnahme gestellt haben und die Aufnahmegebühr für Komponisten in Höhe von 51,13€ (als Verleger das Doppelte) +16%Mwst entrichtet wurde. Die jährliche Gebühr beträgt zusätzliche 25,56€.

  2. Außerordentliche Mitglieder müssen mindestens fünf aufgeführte Originalskripte in geeigneter Form einreichen (gilt für Komponisten). Verleger der Unterhaltungs- und Tanzmusik haben entweder 50 Klaviereinzelausgaben, 10 Salonorchester- oder 15 Comboausgaben sowie einen Handelsregisterauszug beizulegen.

  3. Ordentliche Mitgliedschaft kann erst nach fünfjähriger außerordentlicher Mitgliedschaft erteilt werden. Komponisten müssen in fünf aufeinander folgenden Jahren ein Mindestaufkommen von 30.677,51€, sowie in vier aufeinander folgenden Jahren 1.840,65€ erwirtschaftet haben.

Für die Wahrung der Rechte ist die Art der Mitgliedschaft allerdings unerheblich.
Auch ausübende Künstler können Mitglied werden, sie müssen nur Komponist sein. Für eine Band ist dies jedoch nicht möglich. Hier ist Mitgliedschaft nur den einzelnen Künstlern gestattet, wenn diese als Songwriter tätig sind, da nur diese Künstler Urheber des Werkes im Sinne des Gesetzes sind. Den auszubildenden Künstlern bleibt die Möglichkeit, in die GVL einzutreten.

Als Mitglied der GEMA ist man verpflichtet, alle Werke anzumelden. Man sollte dies aber nur für solche Werke tun, die auch ein Aufkommen bringen.

Es gibt mehrere Berufsgruppen: Komponisten, Bearbeiter, Textdichter und Verleger. Diese sind an den Werken nach einem Verteilungschlüssel beteiligt. Zusätzlich werden die Werke in ernste Musik und in Unterhaltungsmusik getrennt.
Daher auch die verschiedenen Aufführungs-, Sende- und Vervielfältigungsrechte, sowie unterschiedliche Abrechnungsmethoden.

Doch was passiert im Ausland?

Es stellt sich die Frage, ob der Urheberschutz auch international gegeben ist.
Durch Verträge mit ausländischen Verwertungsgesellschaften besteht eine Treuhandsfunktion nahezu weltweit.

Eine weitere Aufgabe der GEMA ist die Alters -und Sozialversorgung der Mitglieder. Diese müssen allerdings Bedürftigkeit nachweisen.

Das alles soll allerdings nicht bedeuten, dass Rechte erst mit der Mitgliedschaft in der Verwertungsgesellschaft entstehen oder durchgesetzt werden können. Die Rechte sind schon durch das Urheberrechtsgesetz gewährleistet. Das Urheberrecht steht ausschließlich den Künstlern zu. Es ist vererbbar, und erlischt 70 Jahre nach dem Tod des Erblassers (der Verstorbene), an dessen Stelle der Erbe treten kann.

Kann die GEMA dies alles allein schaffen?

Nein! Sie wird von der Gesellschaft für Musikeditionen (VG Musikedition), sowie der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) unterstützt.

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Was tun, wenn einen die Kreativität übermannt?
Seite  2:  Die Musiker und die GEMA
Seite  3:  VG Musikedition - noch nie gehört!
Seite  4:  Wozu dient die GVL?
Seite  5:  Für den Schreiberling!
Seite  6:  Kunst ist ja bekanntlich Geschmackssache
Seite  7:  Geht die Filmbranche leer aus? Nein!
Seite  8:  Wenn ich nur Filme produzieren will?
Seite  9:  Gibt es soetwas auch im Bereich der Erotik?
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