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Was hat es für Folgen, wenn man sich weigert, seine Immobilie ins Grundbuch eingetragen zu lassen

18.9.2017 Thema abonnieren Zum Thema: Grundbuch
 Von 
FrauStressfrei
Status:
Schüler
(459 Beiträge, 78x hilfreich)
Was hat es für Folgen, wenn man sich weigert, seine Immobilie ins Grundbuch eingetragen zu lassen

Gibt es eine rechtliche Verpflichtung, sich als Eigentümer in das Grundbuch eintragen zu lassen. Jetzt mal angenommen, man will das einfach nicht, was für Folgen hätte das? Hat es überhaupt folgen? Kann irgendeiner einen dazu zwingen?

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben 142 weitere Fragen zum Thema
Grundbuch


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
0815Frager
Status:
Bachelor
(3817 Beiträge, 1361x hilfreich)

Eine Immobilie wird nie ins Grundbuch eingetragen, da steht nur die Flurnummer drin.

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#2
 Von 
FrauStressfrei
Status:
Schüler
(459 Beiträge, 78x hilfreich)

Sorry hab mich falsch ausgedrückt. Also, das Grundstück wurde geerbt und der Erbe weigert sich, sich als Eigentümer eintragen zu lassen, obwohl er das Erbe angenommen hat

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(51455 Beiträge, 23665x hilfreich)

Nun, das wird man sich in bestimmten Situationen schwer tun, die Eigenschaft "Eigentümer" zu beweisen.
Dadurch kann es dann zu verschlechterten Rechtpositionen oder sogar zum Verlust von Rechten kommen.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
cruncc1
Status:
Master
(4499 Beiträge, 2561x hilfreich)

https://dejure.org/gesetze/GBO/82.html

https://dejure.org/gesetze/GBO/82a.html

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#5
 Von 
spatenklopper
Status:
Master
(4045 Beiträge, 2096x hilfreich)

@ cruncc1

Bedeutet also im Klartext, dass die Eintragung von Amtswegen aus erfolgen (sollte), wenn der Erbe sich nicht selbst darum kümmert.

Die GBO ist aber auch eine knallhart formulierte Paragraphensammlung "Kann....sollte....kann...kann...sollte.....",
da hat man wohl penibel darauf geachtet, dass bei Versäumnissen niemanden in den Behörden ans Bein gepinkelt werden kann. :party:

-- Editiert von spatenklopper am 18.09.2017 23:15

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#6
 Von 
Lolle
Status:
Student
(2507 Beiträge, 1274x hilfreich)

Ich kann mir keinen sinnvollen Grund vorstellen, warum der Erbe sich weigern sollte.
Vielmehr ist das doch reichlich blöd, denn abgesehen vom Verlust etwaige Rechte ist der Eintrag der Eigentümeränderung (also die Grundbuchberichtigung) ja nur innerhalb von 2 Jahren nach dem Erbfall kostenfrei.

Bei einem Erbfall innerhalb unserer Familie war das Grundbuchamt jedenfalls schon ab ca. 6 Monate nach dem Todesfall reichlich penetrant mit seinen Aufforderungen und Androhungen einer ansonsten zwangsweise erfolgenden Grundbuchberichtigung "von Amts wegen". Ob das tatsächlich so durchgeführt worden wäre, kann ich nicht sagen - wir haben das Grundbuch vorher "freiwillig" berichtigen lassen.

Signatur:Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen - D Hildebrand
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#7
 Von 
0815Frager
Status:
Bachelor
(3817 Beiträge, 1361x hilfreich)

Zitat (von Lolle):
Ich kann mir keinen sinnvollen Grund vorstellen, warum der Erbe sich weigern sollte.

Einzig wäre denkbar das er hoffen würde der Grundsteuer zu entgehen, jedoch werden die die Behörden auf Dauer wohl kaum tatenlos zusehen.

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#8
 Von 
FrauStressfrei
Status:
Schüler
(459 Beiträge, 78x hilfreich)

Könnte es hilfreich sein, wenn ich mal beim Grundbuch Amt Anrufe und darauf hinweise, dass der Erbe das nicht freiwillig machen wird?

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#9
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(28230 Beiträge, 8525x hilfreich)

Hilfreich für wen?

Der Erbe hat jedenfalls keinerlei Vorteil dadurch, dass er den Eintrag verweigert.

Auswirkungen auf Pflichtteilsansprüche hat das auch nicht.

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#10
 Von 
gaga92
Status:
Praktikant
(891 Beiträge, 430x hilfreich)

Dem Grundbuch ist es ziemlich egal, ob sich der Erbe dort eintragen läßt.
Der Erbe hat jedoch den Nachteil, das die Änderung nach Ablauf der Frist nicht mehr kostenlos sein wird. Spätestens wenn er das Grundstück verkaufen will, oder wenn er damit einen Bankkredit absichern will, muss er sich in das Grundbuch eintragen lassen.

Falls der Erbe schon was älter ist, dann sollten seine gesetzlichen Erben versuchen ihn zu überzeugen, sich in das Grundbuch eintragen zu lassen. Das spart jede Menge Ärger und Lauferei, wenn der aktuelle Besitzer mal stirbt!

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