Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber in Augsburg vor Gericht
AFP VOM 18.1.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 1870 Aufrufe Mehr zum Thema:Schreiber, Waffenlobbyist
Gerichtsverfahren zehn Jahre nach CDU-Spendenaffäre
Vor dem Landgericht Augsburg hat der Prozess gegen den Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber begonnen. Der 75-Jährige ist der Bestechung, Steuerhinterziehung, Beihilfe zum Betrug und Beihilfe zur Untreue angeklagt. Er soll bei Waffengeschäften Millionensummen an Provisionen kassiert und diese nicht versteuert haben. Außerdem soll er den ehemaligen Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls (CSU) sowie zwei Thyssen-Manager bestochen haben.
Schreiber hatte die Vorwürfe gegen sich bisher bestritten. Seine Anwälte kündigten für den Prozessbeginn eine Erklärung Schreibers an, der im vergangenen August nach zehn Jahren aus Kanada ausgeliefert worden war.
Schreiber gilt auch als eine der Schlüsselfiguren der CDU-Parteispendenaffäre vor zehn Jahren. Durch die Augsburger Ermittlungen gegen ihn war eine illegale Spende des ehemaligen CSU-Mitglieds an CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep in Höhe von einer Million Mark (511.300 Euro) bekannt geworden. In der Folge musste Wolfgang Schäuble als CDU-Vorsitzender und Unions-Fraktionschef abtreten, weil er selbst auch eine Barspende über 100.000 Mark (51.130 Euro) von Schreiber angenommen hatte.
18. Januar 2010 - 09.55 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2010
Seiten in diesem Artikel: Seite 1: Schreiber will CSU illegale Parteispenden gemacht habenSeite 2: Karlheinz Schreiber weist Vorwürfe der Anklage zurückSeite 3: Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber in Augsburg vor Gericht


