Waffenhändler Bout schlug angeblich Deal mit US-Behörden aus
AFP VOM 2.1.2011 | Nachrichten - Allgemein | 1336 Aufrufe Mehr zum Thema:Bout, Waffenhändler, Deal
"Händler des Todes" glaubt nicht an unabhängigen Prozess in USA
Der mutmaßliche russische Waffenhändler Viktor Bout hat nach eigenen Angaben ein Angebot der USA ausgeschlagen, seine Kontakte im Gegenzug für einen Strafnachlass offenzulegen. "Mir wurden ein milderes Urteil und eine kürze Haftstrafe angeboten, wenn ich ihnen alles über meine Kontakte in Russland und anderen Ländern sage", sagte Bout in einem am Sonntag von der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti veröffentlichten Interview. "Ich habe geantwortet, dass ich ihnen nichts zu den Dingen sagen kann, die sie interessieren."
Das Angebot sei ihm von den US-Drogenermittlern gemacht worden, die ihn im November von Thailand in die USA gebracht hätten. Seitdem sei er in Ruhe gelassen worden. "Es gab keine Verhöre. Es gab nichts, was als Druck ausgelegt werden könnte", erklärte Bout in den schriftlichen Antworten an RIA Nowosti, die durch den russischen Vize-Konsul in New York übermittelt wurden. Er rechne aber nicht mit einem objektiven Gerichtsverfahren. In den vergangenen zehn Jahren hätten die US-Behörden gegen ihn und seine Familie direkt und über die Medien "Krieg geführt". "Unter diesen Umständen kann hier niemand - auch nicht der Richter - unparteiisch sein", sagte Bout. Zudem habe die US-Regierung Angaben zu seinem Lebenslauf und seiner Arbeit in der Anklageschrift "absichtlich verdreht".
Der 43-jährige Bout sitzt seit seiner Ankunft in New York in einem Hochsicherheitsgefängnis ein. Dem Russen droht im Fall einer Verurteilung eine lebenslange Haftstrafe. Die USA werfen dem als "Händler des Todes" bekannten Bout unter anderem Verschwörung zum Mord an US-Bürgern und Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vor. Der frühere Übersetzer der Sowjetarmee soll mit einer ganzen Flotte von Frachtflugzeugen Waffen in Krisengebiete in Afrika, Südamerika, den Nahen Osten und nach Asien geliefert und damit blutige Konflikte angeheizt haben. Bout gibt hingegen an, legal im Flugfrachtgeschäft tätig gewesen zu sein und plädierte in New York auf "nicht schuldig". Russland kritisiert die Auslieferung scharf und kündigte an, Bout zu unterstützen.
02.01.2011 - 18:31 Uhr


