Javascript scheint in Ihrem Browser deaktiviert zu sein. Bitte aktivieren Sie Javascript um alle Vorteile von 123recht.net nutzen zu können.
04.07.2008
Guten Morgen
Anwaltsuche  Erw. Suche
Textgrösse
Inhaltssuche  
Themensuche  
 SIE SIND HIER: Startseite » Ratgeber » Arbeitsrecht » 
Vorstoß der SPD zur Stärkung der Rechte von Praktikanten
Seite 1 - vom 15.01.2008

Vorstoß der SPD zur Stärkung der Rechte von Praktikanten

Praktikanten steht bereits ein gesetzlicher Vergütungsanspruch zu

Der Autor
Thilo Wagner, Köln
beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Arbeitsrecht, Zivilrecht, Gewerblicher Rechtsschutz und hat Interessensschwerpunkte: Strafrecht, Verkehrszivilrecht.
» Homepage» artikelliste
» Online Rechtsberatung
» Kontaktinformation

Die SPD fordert eine gesetzliche Regelung, um Praktikanten vor Missbrauch zu schützen. Das sagte die stellvertretende Parteivorsitzende und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Andrea Nahles, dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstag-Ausgabe). Nahles sprach wörtlich von "Ausbeutung". "Das ist doch die Höhe", sagte sie, "dass junge Menschen monatelang wie Arbeitskräfte eingesetzt werden - und dann auch noch alles für lau." Die SPD wolle Praktika klar von Arbeitsverhältnissen abgrenzen, erläuterte Nahles. Sie kritisierte, "dass junge Leute nach der Ausbildung mit Jobversprechen gelockt werden, die dann nie eingelöst werden". Es gebe immer mehr Praktika, die in Wahrheit Arbeitsverhältnisse seien, fügte Nahles an (Quelle: Ad-Hoc-News.de - 11.01.2008).

In diesem Zusammenhang wird auf ein aktuelles Urteil des Arbeitsgerichts Bielefeld hingewiesen: (Urteil v. 22.11.2006 - 3 Ca 2033/06):

Bereits heute können Praktikanten einen einen gesetzlichen Vergütungsanspruch geltend machen!

In der Entscheidung betonen die Richter des Arbeitsgerichts Bielefeld, dass auch Praktikanten einen Arbeitslohn gemäß § 17 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) beanspruchen können. Schließlich sei das Berufsbildungsgesetz für alle Personen anwendbar, die eingestellt werden, um berufliche Fertigkeiten, Fähigkeiten oder Erfahrungen zu erwerben. Das seien nicht nur Auszubildende im herkömmlichen Sinne, sondern eben auch Praktikanten. Nach den Vorschriften des BBiG müssen alle Arbeitgeber ihren Auszubildenden - und in entsprechender Anwendung auch ihren Praktikanten - eine jeweils angemessene Vergütung gewähren.

Dieser gesetzliche Lohnanspruch kann nach § 25 BBiG auch nicht vertraglich ausgeschlossen werden. Eine solche Vereinbarung wäre nichtig. Wurde keine Vergütung vereinbart, schuldet der Arbeitgeber eine im Einzelfall angemessene Vergütung. In dem konkreten Rechtsstreit hielt das Gericht eine Vergütung für eine ungelernte Kraft in Höhe von 3,75 Euro pro Stunde angemessen. Bei besser qualifizierten Tätigkeiten kann der Vergütungsspruch auch deutlich höher liegen.

Unser Tipp für alle Praktikanten lautet daher: Sie sollten spätestens unmittelbar nach Beendigung des unbezahlten Praktikums von Ihrem Arbeitgeber den gerechten Lohn für Ihre Arbeitsleistung einfordern. Ihr Praktikum mag vergeblich, aber auf jeden Fall nicht umsonst erfolgt sein. Verweisen Sie hierbei auf die genannte Vorschrift des Berufsbildungsgesetzes.


« ZurückDruckversion »
Artikel verschicken »
Leserbrief schreiben »
Themasuche zu diesem Artikel »
Newsletter abonnieren »

Lesezeichen hinzufügen bei:

 Mr.Wong  Yigg  Linkarena  Google  Webnews  Folkd  Digg  Del.icio.us


Seiten dieses Artikels:
Vorstoß der SPD zur Stärkung der Rechte von Praktikanten

neues im Arbeitsrecht forum:
Arbeitsrecht »  Ist das etwa rechtens???
Arbeitsrecht »  Nachtzuschläg-
e!?
Arbeitsrecht »  Online- Weiterbildung;
Arbeitsrecht »  geld wurde unterschlagen. was tun?
Inkasso »  Frage bezüglich Mahnbescheid
Arbeitsrecht Top 5 Ratgeber
Arbeitsrecht
Kündigung (134345 Aufrufe)
Arbeitsrecht
Die neuen Kriterien für die Scheinselbständigkeit (115214 Aufrufe)
Arbeitsrecht
Der Erziehungsurlaub (106771 Aufrufe)
Arbeitsrecht
Kündigungsschutz (89831 Aufrufe)
Arbeitsrecht
Das Mutterschaftsgeld (85219 Aufrufe)
Rechtsberatung
123recht.net InfoSie brauchen konkrete Hilfe? Schnell und unkompliziert online einen Rechtsanwalt fragen.
Sie bestimmen die Kosten!
123recht.net Quickie

Steigende Energiepreise - sind längere Laufzeiten für deutsche Atomkraftwerke sinvoll?

 Ja, macht uns weniger abhängig von Energieimporten
 Nein, Atomkraft ist zu gefährlich
 Weiß nicht


Resultate

Arbeitsrecht - in den Nachrichten
Gericht stärkt Arbeitnehmer mit Wunsch nach Dauer-Teilzeit
Pension für Ex-Bundesbankpräsident Welteke auch vom Land Hessen
Archiv: Klage gegen Hymer-France wegen diskriminierender Bewertungen
Archiv: Reine Umstrukturierung spart Arbeitgebern keinen Lohn
Archiv: Nur begrenzter Notdienst streikender Polizisten in Berlin
[mehr aus den Nachrichten]

© qnc GmbH 2008 Haftungsausschluss


Rechtsberatung Online | Hilfe | Service | Impressum | Inhaltsübersicht | Newsletter | Für Leser | Für Anwälte | Kooperationspartner | Partnerprogramm | Jobs @ 123recht.net | Jobbörse | Datenschutz | Nachrichten XML | Ratgeber XML |