Vorstellungsgespräch: Arbeitgeber muss Fahrtkosten zahlen

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Arbeitsrecht Rubrik, Fahrtkosten

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Wenn ein Unternehmen einen Bewerber zum Vorstellungsgespräch einlädt, hat es diesem auch die Fahrtkosten zu erstatten. Das müsse nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts (Az. : 5 AZR 433/87) auch für hinterher abgelehnte Kandidaten gelten.

Etwas anderes gilt nur dann, wenn das Unternehmen in der Einladung zu dem Vorstellungsgespräch ausdrücklich eine Kostenübernahme ausgeschlossen hat.

Darüber hinaus müssen die Fahrtkosten in einem angemessenen Rahmen bleiben:

Der Anspruch des Bewerbers beschränkt sich bei  einer Anreise mit der Bahn auf Hin- und Rückfahrt in der zweiten Klasse. Eine Taxifahrt vom Bahnhof zu dem Unternehmen muss aber nur dann ersetzt werden, wenn diese Fahrt in einer Wegbeschreibung zur Einladung vorgesehen war. Dennoch müssen sich Bewerber auch in einem solchen Fall rückversichern, ob das Unternehmen diese Extrakosten übernimmt, so das Arbeitsgericht Köln (Az. : 2 Ca 10220/04).

Bei Flugkosten gibt es noch strengere Voraussetzungen: Eine Anreise mit dem Flugzeug – auch wenn das Flugticket womöglich preisgünstiger ist als eine Bahnanreise – muss generell nur dann erstattet werden, wenn dies dem Bewerber ausdrücklich zugesagt worden ist. Nach einem Urteil des Arbeitsgerichts Wuppertal (Az. : 2 Ca 926/83) gibt es allenfalls dann eine Ausnahme, wenn besonders qualifizierte Mitarbeiter oder Führungskräfte zum Vorstellungsgespräch mit dem Flugzeug anreisen.

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