Kuriose Urlaubsklagen

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Bettgeschichten

Ein Pärchen klagte auf Schadensersatz für eine Pauschalreise, da in dem zugewiesenen Hotelzimmer die beiden Betten partout nicht nebeneinander stehen bleiben wollten. Statt eines Doppelbettes hätten sie mit Einzelbetten vorlieb nehmen müssen, in denen ein friedliches und harmonisches Bei- und Einschlaferlebnis nicht möglich gewesen sei. Die auseinanderdriftenden Betten hätten ein harmonisches Beisammensein verhindert. Das Paar wollte die nutzlos aufgewendete Urlaubszeit ersetzt bekommen.
Der Richter schickte die Kläger nach Hause mit dem Hinweis, dass ihm im Stehgreif ein paar Sexstellungen einfielen, die auch auf nur einem Bett funktionierten.

Stehaufmännchen

Ein Mann wollte seinen Reisepreis mindern, da der Toilettendeckel immer auf die Brille fiel und er so gezwungen war, im Sitzen zu pinkeln.

Kulturschock

Ein anderer älterer Herr versuchte ebenfalls, einen Teil des Reisepreises einzuklagen, da an seinem Urlaubsort viele kleine Kinder rumtobten und ihn in seiner Ruhe störten. Hauptsächlich stützte er sich auf das Argument, dass die südländische Mentalität Hektik verbreite und die Landsleute kein Deutsch konnten. Klage abgewiesen.

Partytime

Das Amtsgericht Kleve hatte am 11.5.1998 über die Entschädigungsklage eines Urlaubers zu entscheiden, der sich in eine Hotelanlage mitten im Trubel des Ferienzentrums Playa de Ingles auf Gran Canaria eingebucht hatte. Zur Begründung seiner Klage gab er an, er sei jede Nacht durch den Lärm feiernder Partygäste gestört worden. Ausserdem seien täglich Kakerlaken in seinem Hotelzimmer aufgetaucht.
Der furchtlose Amtsrichter ließ sich davon nicht beeindrucken. Er war der Meinung, wer mitten in Playa de Ingles zur Primetime Urlaub mache, der kann nicht die Ruhe eines Klosters erwarten. Und 10 - 20 Kakerlaken müsse man als Reisender in südlichen Ländern als Reiseunannehmlichkeit nun mal hinnehmen!

Murphys Law

Fernziele wie die Malediven oder Sri Lanka liegen bei deutschen Urlaubern im Trend. Einem Ehepaar dürfte die Reiselust allerdings vergangen sein, denn ihr Urlaub bestand hauptsächlich aus Pleiten, Pech und Pannen. Das Ehepaar hatte bei einer Service-Firma am Frankfurter Flughafen für 2.519 DM einen zweiwöchigen Badeurlaub auf den Malediven und Sri Lanka gebucht.
Schon der Abflug am Abend des 23.12.1995 verzögerte sich wegen eines Defekts am Flugzeug. Ein Ersatzflugzeug konnte nicht zur Verfügung gestellt werden. Aufgrund der verspäteten Ankunft auf den Malediven verpassten die Eheleute den Anschlussflug zum ersten Ziel ihrer Reise, nach Colombo/Sri Lanka. So verbrachten sie den Heiligabend in einer "notdürftigen Absteige", wie es im Urteil des OLG Frankfurt a.M. heißt.
Auf Sri Lanka angekommen, war das Hotel überbucht, jedoch wurde als Ersatz ein Hotel ausserhalb des Ferienzentrums auf einer unwirtlichen Insel bereitgestellt, die nur mit einer Fähre zu erreichen war, die ihren Betrieb um 22.00 Uhr einstellte.Der Weiterflug am 2.1.1996 auf die Malediven lief auch nicht einwandfrei ab, denn er endete zunächst um 4.00 morgens auf dem Flughafen. Erst um 7.00 Uhr kam der Anschlussbus, der die Gäste nach 4 ½ stündiger Fahrt zum Hotel brachte. Wiederum war das Hotel überbucht und diesmal wurde das Ehepaar mit anderen Urlaubern vom 2.1. bis 5.1. auf einem Tauchboot (!) untergebracht, das vor der Insel lag. Das Boot konnte man wahrlich nicht als Luxusdampfer bezeichnen, denn es verfügte über ein WC und eine Salzwasserdusche für 18 Personen. Die Kabinen waren wegen starken Dieselgeruchs kaum nutzbar, so dass die Eheleute auf dem Deck schlafen mussten, und die vertraglich zugesagte Vollpension bestand hauptsächlich aus geangeltem Fisch und Spaghetti. Der Rückflug am 7.1. fand auch nicht statt, und die Kläger hatten erst nach drei Tagen, für die sie sich selbst eine Übernachtungsmöglichkeit suchen mussten, die Gelegenheit, endlich nach Frankfurt zurückzufliegen.
Dem Ehepaar wurde anhand einer differenzierten Berechnung von Minderungs- und Schadenersatzansprüchen letztendlich ein höherer Betrag zuerkannt, als die Reise gekostet hatte, denn die Schadensersatzansprüche setzen sich auch aus einer Entschädigung für entgangenen Urlaubsgenuss und verspätete Rückkehr zusammen, die in diesem eigentlich unglaublichen Fall von den Richtern anerkannt wurden.

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