Von Haien und so

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"Böser Hai! Böser, böser Hai! Aus! Lass ihn!"

Es gibt ein gewisses Lebensrisiko, und es gibt offensichtliches gefährliches Verhalten. Wenn man mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug springt, kann man abstürzen. Wenn man auf den Bahamas schwimmen geht, kann man vom Hai gebissen werden. So ist das nun mal. Das weiß auch jeder. Trotzdem gibt es diese Schilder wie "Achtung steiler Skihang", "Gefährliche Strömung" oder "Nicht in die Flammen greifen", die den doch noch ahnungslosen Touristen auf Gefahrenstellen aufmerksam machen und Schadenersatzklagen vorbeugen sollen.

Auf den Bahamas war jüngst ein Mann aus Florida schwimmen, als ihn ein Hai angriff. Über die Beweggründe auf Seiten des Hais ist nichts bekannt, vielleicht gefiel ihm die Badehose des Wall Street Bankiers nicht, vielleicht war das Tier auch nur enttäuscht über den Stand seiner Aktien. Oder er war einfach nur kurzsichtig, hielt den Mann für eine panierte Seekuh, wer weiß, jedenfalls schnappte das Ungetüm nach einem Bein des Mannes. So weit, so Mitleid. Der Mann schrie um Hilfe, kämpfte, wurde untergetaucht und rettete letztendlich sich und sein angenagtes Bein in Eigenregie an das Ufer.

Der gebeutelte Schwimmer hat überlebt, ein Bein weniger und klagt jetzt vor Gericht. Keine Sorge, Herrschaften, der arme Hai ist nicht der Beklagte und kommt deshalb straflos davon: Nachdem er sich von seinen Bauchschmerzen erholt hatte, ward er nicht mehr gesehen und begab sich auf zu anderen Ufern. Vorbeischwimmende Kugelfische sagten aus, dass der Hai irgendetwas von "Urlaub" und "Sylt" gemurmelt habe, aber das ist nur Hörensagen.
Der Floridianer klagt, und zwar gegen die Rettungsschwimmer des betreffenden Strandabschnitts auf den Bahamas. Sie hätten unterlassen, ihm Hilfe zu leisten, als er mit dem Tode kämpfte. Niemand sei gekommen, alle hätten Angst gehabt.

Die Verantwortlichen vor Ort wehren sich, die Rettungsschwimmer seien so schnell wie möglich an der Unglücksstelle gewesen, hätten den Mann versorgt und so vor dem Sterben bewahrt. Die Frau des Mannes sagt aus, dass sich keiner ins Wasser getraut hätte, alle hätten nur herumgestanden und nichts getan. Der Hai, wie gesagt, äußerte sich nicht.

Schade, dass David Hasselhoff nicht zufällig vor Ort war. Der atemberaubend glorreiche Lifeguard aus der TV-Serie "Baywatch" hätte sich mit oder ohne Brusttoupet sofort in die Fluten gestürzt! Natürlich nicht ohne auf dem Weg vom Rettungsschwimmerturm zum Wasser den feuerspeienden Drachen zu erlegen, der ihm zufällig den Weg versperrt hätte. Danach hätte er den Hai zwischen meterhohen Wellen am Schlawittchen gepackt, dessen Maul aufgerissen und das verschluckte Bein wieder herausgeholt. Den Hai hätte er aufs Meer herausgeschleudert, denn David tut keinem Fisch etwas zu Leide, und dann hätte er das abgenagte Bein mit Spucke und Seetang wieder am Körper des Schwimmers befestigt, und glauben Sie es nur, es hätte gehalten! Ha!

Ja, so wäre das gewesen. Aber die Wirklichkeit sieht doch irgendwie anders aus. Denken Sie daran, bei ihrem nächsten Urlaub auf Sylt.

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