Mehr als acht Jahre nach einem Verkehrsunfall, bei dem zwei Kinder starben, steht im elsässischen Saverne der schwedische Autobauer Volvo vor Gericht. Wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung müssen sich neben dem Mutterkonzern Volvo Cars Corporation und dessen französischer Tochterfirma auch die Fahrerin des Unfallautos sowie ein Volvo-Händler verantworten. Bei dem Prozess geht es um die Frage, ob seinerzeit ein Defekt im Bremssystem den Unfall auslöste oder ob die Fahrerin sich falsch verhielt.
Die 57-jährige Lehrerin gibt an, die Bremse habe nicht reagiert. Volvo schließt hingegen technisches Versagen aus. Die Lehrerin hatte am 17. Juni 1999 in Wasselonne westlich von Straßburg die Kontrolle über ihren Volvo 850 TDI verloren. Der Wagen erfasste drei Kinder, die auf dem Gehsteig zur Schule gingen. Ein Mädchen und ein Junge im Alter von neun und zehn Jahren starben, ein drittes Kind kam mit Verletzungen davon. Der Unfall ereignete sich auf einer abschüssigen Straße in der Innenstadt. Die Fahrerin sagte aus, sie habe auf die Bremse getreten, um den Wagen abzubremsen, aber das Pedal sei blockiert gewesen. Der Chef von Volvo in Frankreich, Wim Maes, widersprach diesen Angaben vor Gericht: "Wir sind nach achtjährigen Untersuchungen davon überzeugt, dass der Unfall nicht durch technisches Versagen verursacht wurde."
Der Konzern und der Händler, der den Unfallwagen gewartet hatte, müssen mit einer Geldstrafe in Höhe von 225.000 Euro rechnen. Der Fahrerin drohen bis zu drei Jahre Haft und eine Geldstrafe von 45.000 Euro. Der Prozess soll bis Freitag dauern. Das Urteil dürfte aber erst zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden.
13. November 2007 - 11.43 Uhr
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