Vollrausch

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Verkehrsrecht Rubrik, Vollrausch, Alkohol, Schuldfähigkeit, Verkehrsdelikt, Freiheitsstrafe, Verkehrsrecht

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Vollrausch

Wegen Vollrausch wird bestraft, wer sich vorsätzlich oder fahrlässig durch Alkohol oder andere Mittel in einen Rausch versetzt, in diesem Zustand eine rechtswidrige Tat begeht und ihretwegen aufgrund von Schuldunfähigkeit nicht bestraft werden kann. Insoweit handelt es sich um einen Auffangtatbestand. Soweit der Täter mithilfe der Rechtsfigur der actio libera in causa bestraft werden kann, muss nicht auf § 323 a StGB zurückgegriffen werden.

Bei der vorsätzlichen actio libera in causa handelt der Täter im Zustand der Schuldfähigkeit hinsichtlich des Defektes und des späteren Vorsatzdeliktes zumindest mit dolus eventualis. Bei der fahrlässigen actio libera in causa bedenkt der Täter fahrlässig die Möglichkeit der Begehung eines Deliktes nicht. Erforderlich ist insoweit aber, dass ein Fahrlässigkeitstatbestand existiert.

Volker Dembski
seit 2010 bei
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Bei verhaltensneutralen fahrlässigen Erfolgsdelikten muss die strafrechtliche Hilfskonstruktion der actio libera in causa nach höchstrichterlicher Rechtsprechung nicht bemüht werden, da direkt an das erfolgsursächliche Vorverhalten angeknüpft werden kann. Bei verhaltensgebundenen Delikten, insbesondere bei Verkehrsdelikten, ist die Rechtsfigur ebenfalls nicht anwendbar. Hier kann dann aber auf § 323 a StPO zurückgegriffen werden. Damit verbleibt für die Anwendung der actio libera in causa nur der Bereich der verhaltensneutralen Vorsatzdelikte.

Die Rauschtat ist kein Tatbestandsmerkmal des § 323 a StGB, sondern eine objektive Strafbarkeitsbedingung, d. h. im Zeitpunkt der Herbeiführung des Rausches muss die später begangene Straftat für den Täter weder vorhersehbar noch gewollt sein. Erforderlich ist aber, dass er hätte wissen können oder wusste, dass er im Zustand des Rausches Straftaten begehen könnte.

Ein Vollrausch wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe geahndet. Die Strafe darf aber nicht schwerer sein als die Strafe, die für die im Rausch begangene Tat angedroht ist.

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Volker Dembski
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Guten Tag Herr Dembski,
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