>Volksbegehren gegen Rundfunkstaatsvertrag
"Ich sage nur, für jeden, der gegen ein Volksbegehren ist, gibt es zwei, die zwar dafür sind, sich über die konkreten Resultate dann aber bitterlich in Foren ausweinen. Ich erinnere mal an das Schweizer Minarett-Verbot. Das paßte dann vielen basisdemokratischen Gutmenschen auch wieder nicht."
Vielen paßt auch der Ausgang von Wahlen nicht. Also abschaffen.
Das Ausweinen in Foren ändert nichts an der demokratischen Entscheidung. Auf solche Leute sollte das System nicht ausgerichtet sein.
"1. Volksabstimmungen tendieren zu populistischen Entscheidungen (die es von Politikern nur zu Wahlzeiten gibt und auch dann nur eingeschränkt).
Sollte in 3 Wochen über eine mögliche Einschränkung des Asylrechts abgestimmt werden, kann ich dir schon garantieren, daß die Springer-Presse 21 Tage lang jeden Tag mit einer neuen Schlagzeile über kriminelle Asylbewerber aufmacht. Wenn das dann nicht Millionen beeinflußt, traust du den Leuten offenbar mehr zu als begründet."
Angst vorm Volk, ich verstehe. Also müßten die faschistischen Parteien in jedem Parlament sitzen, weil von diesen Abermillionen Dummen gewählt. *umguck* Seh ich nicht.
Warum ist der Anteil, bezogen auf die Bevölkerung, an Flüchtlingen in der Schweiz höher als in Deutschland? Dürfte doch gar nicht sein.
"2. Volksabstimmungen tendieren zu eigensüchtigen Entscheidungen.
Sollte das Volk also darüber abstimmen, ob die Steuern für alle erhöht werden sollen oder nicht, woher soll die Mehrheit für eine Erhöhung kommen?"
Ah, daher weht der Wind. Da kann ich Dich beruhigen. Die Steuerzahler sind in Deutschland schon in der Minderheit.
Natürlich ist es ganz ausgeschlossen, daß das Volk über Finanzen abstimmt. Das können die Parteigremien aus Lehrern und Sozialpädagogen viel besser. Deswegen haben wir keinen überschuldeten Staat und niedrige Steuern.
Oops, das trifft ja eher für die Schweiz zu, trotz mehr direkter Demokratie. Wie machen die das bloß?
Egal, wir sind in Deutschland, da hat das dumme Volk gefälligst zu zahlen und die Schnauze zu halten.
"3. Volksabstimmungen tendieren zu kurzfristigen Entscheidungen.
Drei islamistische Terroranschläge und die halbe Bevölkerung stimmt für eine Einschränkung für Angehörige anderer Religionen"
Wird immer besser. Und das ergibt sich woraus? Bitte nur eine einzige Volksabstimmung, wo das passiert ist.
"4. Volksabstimmungen sind in der Masse frei von Fachwissen.
Ich führe ja auch keine Abstimmung in meiner Familie durch, welche Behandlungsmethode mein Arzt nun wählen soll, sondern ich verlasse mich auf den Expertenrat meines Arztes."
Mein Favorit. Die Spezialexperten in den Parlamenten haben die unendliche Weisheit. Qualifziert sind sie durch ihr Beamtentum und jahrzehntelange Parteiarbeit. Zumindest wissen sie eins ganz genau: Wie sie abzustimmen haben, das sagt man ihnen nämlich vorher. Mehr muß ein Abgeordneter nicht wissen.
"Im übrigen argumentierst du auch inkonsequent. Einerseits ist das Volk so "dumm", immer wieder für Parteien zu stimmen anstatt für parteilose Direktkandidaten, andererseits soll das Volk "klug" genug sein, via Volksentscheid zu entscheiden."
Äh nö. Wieder mal etwas, was ich nicht geschrieben habe. Mir ist egal, ob ein Direktkandidat einer Partei angehört. Aber jeder, der ins Parlament kommt, sollte sich erfolgreich persönlich zur Wahl gestellt haben.
Und zwar den Bürgern zur Wahl, nicht auf dem Parteitag den Genossen. Keine Parteitagsbeschlußumsetzer, sondern Volksvertreter.
Das mag eine schreckliche Vorstellung für die sein, die vom verfilzten System profitieren, wäre aber demokratischer und keineswegs gegen den Geist des Grundgesetzes.
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"Wenn ich Dir Recht gebe, liegen wir beide falsch."
von bear am 04.07.2012 01:42
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