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Villepin weist jede Schuld in Clearstream-Affäre von sich

AFP VOM 30.9.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 755 Aufrufe
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Villepin, Clearstream

Ex-Premier: An Rufmordkampagne nicht beteiligt

Im Prozess um die Rufmordkampagne gegen den heutigen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy hat der angeklagte Ex-Regierungschef Dominique de Villepin jede Schuld von sich gewiesen. Er habe Sarkozy nicht über gefälschte Kontenlisten in den Verdacht gebracht, Schwarzgelder aus einem Waffengeschäft erhalten zu haben, sagte Villepin vor Gericht. Ihm drohen in dem Prozess fünf Jahre Haft.

In der sogenannten Clearstream-Affäre hatte der ehemalige EADS-Vize-Präsident Jean-Louis Gergorin ab Mai 2004 Listen zu angeblichen Schwarzgeldkonten von Sarkozy, weiteren Politikern und Industriemanagern anonym an die Justiz weitergegeben. Sarkozy sah darin eine Intrige, um ihn auf dem Weg zur Präsidentschaftskandidatur zu stoppen und hatte schnell seinen Dauerrivalen Villepin in Verdacht. In dem Prozess tritt er jetzt als Nebenkläger auf.

Villepin sprach mit Blick auf die Vorwürfe gegen ihn von "Lügen und Manipulation". Vor Gericht räumte der Ex-Premier ein, dass er Gergorin am 9. Januar 2004 getroffen habe und dabei über die Listen gesprochen worden sei. "Zu keinem Zeitpunkt" sei dabei aber der Name Sarkozys gefallen. Das widerspricht jedoch Notizen des gleichfalls anwesenden Geheimdienstgenerals Philippe Rondot, der zu dem Treffen "Fixierung: Nicolas Sarkozy" niederschrieb.

Er habe Rondot damals lediglich "ermutigt", weiter zu den "beunruhigenden" Schwarzgeldlisten zu ermitteln, sagte der Ex-Premier. Er bestritt auch vehement, in der Sache irgendwann Anweisungen vom damaligen Staatschef Jacques Chirac erhalten zu haben. Er habe auch an niemanden Befehle Chiracs dazu weitergegeben, sagte Villepin. Gergorin behauptet dagegen, Villepin habe von ihm unter Berufung auf Chirac verlangt, die Listen der Justiz zu übergeben.

Villepin gab Rondot, der schon seit Ende 2003 für das Verteidigungsministerium zu den vermeintlichen Schwarzgeldkonten ermittelte, eine Mitschuld daran, dass die Affäre nicht im Keim erstickt wurde. So sei schnell klar gesesen, dass der Lieferant der Listen nicht glaubwürdig sei. Rondot habe den angeblichen Computerhacker aber nicht fallen lassen, weil er gehofft habe, dass dieser ihm helfen könne, El-Kaida-Führer Osama bin Laden aufzuspüren.

30. September 2009 - 17.03 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009


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