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Verteidigung beantragt Polanskis Freilassung

AFP VOM 29.9.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 675 Aufrufe
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Polanski

Starregisseure setzen sich für Filmemacher ein

Oscarpreisträger Roman Polanski hat bei der Schweizer Justiz seine Freilassung beantragt. Der Einspruch gegen den internationalen Haftbefehl der Vereinigten Staaten ging dem Strafgericht von Bellinzona zu. Derweil meldeten sich auch kritische Stimmen zu dem französisch-polnischen Filmemacher, dem bei einer Auslieferung in die USA wegen Vergewaltigung bis zu fünfzig Jahre Haft drohen.

Polanski müsse "schnellstens" freikommen, forderte sein französischer Anwalt Hervé Témime, wenn auch möglicherweise unter Auflagen. Die Staatsanwaltschaft Los Angeles verwahrte sich derweil gegen Vorwürfe, jahrelang nichts für die Festnahme des Filmemachers getan zu haben, der sich in den 70er Jahren an einem 13-jährigen Mädchen vergangen hatte. Die US-Behörden hätten immer wieder Kontakt mit anderen Staaten aufgenommen, um seine Festnahme und Auslieferung zu erreichen, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Polanski war 1978 aus den USA geflohen, um einem Schuldspruch zu entgehen. Der damals 43-jährige Filmemacher hatte das junge Mädchen im Haus von Hollywoodstar Jack Nicholson missbraucht und musste sich wegen Vergewaltigung vor Gericht verantworten.

Die US-Tageszeitung "Los Angeles Times" berichtete, Polanskis eigene Anwälte in den USA hätten durch Kritik an den Behörden möglicherweise ungewollt die überraschende Festnahme in der Schweiz provoziert.

US-Kultregisseur Woody Allen, der deutsche Filmemacher Wim Wenders und Starregisseur Martin Scorsese unterzeichneten der französischen Filmvereinigung SACD zufolge eine Petition für Polanskis Freilassung. Zurückhaltender äußerte sich Polanskis französischer Kollege Luc Besson im französischen Sender RTL. Er kenne den Filmemacher und möge ihn sehr gern, sagte Besson. "Aber die Justiz ist für alle gleich." Er habe selbst eine 13-jährige Tochter; wenn sie vergewaltigt werden würde, würde er nicht gegen die Verhaftung des Täters protestieren. Auch der grüne Europapolitiker Daniel Cohn-Bendit wies darauf hin, dass es immerhin um die Vergewaltigung einer Minderjährigen gehe.

Polanski hatte sich seinerzeit schuldig bekannt, war aber vor dem Schuldspruch nach Europa geflohen. Bei einer Abschiebung und einer Verurteilung in den USA drohen ihm bis zu fünfzig Jahre Haft.

Polanskis Opfer, die heute 45-jährige Samantha Geimer, hatte dem Filmemacher vor mehreren Jahren öffentlich vergeben, dabei aber wiederholt, dass er sie seinerzeit vergewaltigt habe.

29. September 2009 - 15.28 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009


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