Verteidiger im Kasseler Elternmord-Prozess will geringe Haftstrafe Seite 1 - AFP vom 25.04.2008
Verteidiger im Kasseler Elternmord-Prozess will geringe Haftstrafe
Landwirt verfütterte toten Rentner an seine Schweine
Im Prozess gegen den nordhessischen Landwirt Christian R., der seine Eltern ermordet und einen Nachbarn an seine Schweine verfüttert haben soll, hat die Verteidigung eine Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten gefordert. Der 32-Jährige habe seine Mutter nicht erwürgen wollen, sondern sie nur im Streit geschüttelt, sagte Rechtsanwalt Knuth Pfeiffer am Freitag vor dem Landgericht Kassel. Deshalb sei er lediglich wegen "Körperverletzung mit Todesfolge" zu verurteilen. Die Schuld am Tod des Vaters wies die Verteidigung gänzlich zurück. R. hatte angegeben, sein Vater sei durch den Tritt einer Kuh getötet worden.
Die Staatsanwaltschaft hatte Lebenslänglich wegen zweifachen Mordes gefordert und wirft R. zudem Störung der Totenruhe vor. Der Landwirt hatte gestanden, einen auf dem Hof verstorbenen Nachbarn mehrere Monate tiefgefroren und später teilweise seinen Schweinen zu fressen gegeben zu haben, um weiter die Rente des 73-Jährigen kassieren zu können. Diese Tat falle angesichts der Mordvorwürfe strafrechtlich kaum ins Gewicht, sagte sein Verteidiger. Das Urteil soll am kommenden Dienstag verkündet werden.
Simone Hiesgen, Hattingen beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Familienrecht, Erbrecht, Zwangsvollstreckungsrecht und hat Interessensschwerpunkte: Internationales Privatrecht.