Versicherung muss 266.000,00 EUR zahlen

Mehr zum Thema:

Versicherungsrecht Rubrik, Versicherung

0 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
0

Die damals 2-jährige Klägerin erlitt bei einem Verkehrsunfall einen Nervenabriss am oberen Halswirbel sowie eine Hirnatrophie. Sie ist seit dem von der Brust abwärts querschnittsgelähmt, ist auf einen Spezialrollstuhl sowie auf Hilfe und Pflege Dritter angewiesen. Ihre Mutter und ihre Schwester kamen bei dem Unfall ums Leben. Einen Umbau der im Zeitpunkt bewohnten Mietwohnung auf Kosten des Versicherers lehnte dieser ab, erklärte sich aber im Falle des Neubaus eines Eigenheims zur Übernahme der behinderungbedingten Mehrkosten in Höhe von 68.000,00 bereit. Zu wenig entschied nun die 2. Kammer des Landgerichts Münster mit Urteil vom 30.6.2008 - 2 O 268/06.

Die Richter folgten der Argumentation, dass aufgrund der Behinderung und der benötigten Hilfe und Pflege rund 107 qm Wohnfläche angemessen seien.

Marc Melzer
seit 2008 bei
123recht.net
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Medizinrecht, Fachanwalt für Versicherungsrecht, Fachanwalt für Sozialrecht
Am Vorderflöß 58
33175 Bad Lippspringe
Tel: 05252 935 82 0
Web: www.melzer-penteridis.de
E-Mail:
Haftungsrecht der Ärzte

Mehrbedarf Die erkenndende Kammer hielt zudem ein Pflegebad, ein Schlafzimmer für den Betreuer, eine Betreuertoilette, einen Therapieraum, einen Abstellraum für Therapiegeräte, einen Aufzug sowie vergrößerte Verkehrs- und Aufenthaltsflächen für notwendig und angemessen. Ferner muss die Versicherung die Kosten für eine Anlage zur Fernbedienung von Rollläden, Lampen, die Haustür, eine Hubbadewanne sowie höhenverstellbare Waschebcken und Küchenmöbel übernehmen.

Diesen unbedingt detailliert darzustellenden Mehrbedarf bezifferte das Landgericht mit nicht weniger als 266.000,00 EUR und verurteilte den Versicherer zur Zahlung (noch nicht rechtskräftig).

Unsere Empfehlung Ein Abfindungsvergleich mit Versicherungsgesellschaften sollte keinesfalls vorschnell abgeschlossen werden. Wichtig ist eine fundierte anwaltliche Beratung und Begleitung zu einem möglichst frühen Zeitpunkt. Viele Betroffene werden von den Anwaltskosten abgeschreckt, allerdings ist diese Angst unbegründet: Die Kosten hat der Unfallverursacher zu tragen und es gibt zudem die Möglichkeiten der Prozesskostenhilfe (PKH) und der Prozesskostenfinanzierung.

Marc O. Melzer
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Medizinrecht
Fachanwalt für Sozialrecht
Fachanwalt für Versicherungsrecht

=====================================
Melzer Penteridis Kampe Rechtsanwälte PartGmbB
Am Vorderflöß 58
33175 Bad Lippspringe
Telefon: 05252 / 935
www.melzer-penteridis.de
Diskutieren Sie diesen Artikel
Sie haben Fragen? Nehmen Sie gleich Kontakt auf.
Rechtsanwalt
Marc Melzer
Fachanwalt für Medizinrecht, Fachanwalt für Versicherungsrecht, Fachanwalt für Sozialrecht
Bad Lippspringe
Guten Tag Herr Melzer,
ich habe Ihren Artikel " Versicherung muss 266.000,00 EUR zahlen" gelesen und würde darüber gerne mit Ihnen sprechen.
Kontakt aufnehmen