Verschuldensformen im Arbeitsrecht

Mehr zum Thema:

Arbeitsrecht Rubrik, Verschulden, Schadenersatz, Haftungsbegrenzung, Arbeitsrecht

5 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
1

Beispiele zu den Verschuldensformen

Um die Einordnung des Verschuldens in die einzelnen Kategorien leichter verständlich zu machen, soll dies anhand einiger Beispiele erfolgen.

Beispiel 1: leichte Fahrlässigkeit (keine Haftung des Arbeitnehmers)
Hierunter sind die alltäglichen Fehler einzuordnen, die auch einem noch so vorsichtigen Arbeitnehmer unterlaufen können. Dies wäre z.B. dann der Fall, wenn Sie aus Versehen etwas runter werfen, weil Sie dagegen gestoßen sind. Einen Bohrer abbrechen, weil dieser sich verkanntet hat. Eine Schraube abreißen, weil diese festgerostet ist.

Beispiel 2: mittlere Fahrlässigkeit (Anteilige Haftung des Arbeitnehmers)
Wenn man Ihnen mittlere Fahrlässigkeit vorwerfen kann, dann müssen Sie geahnt bzw. in Betracht gezogen haben, dass Ihr Handeln zu einem Schaden führen könnte. Dies wäre z.B. der Fall, wenn Sie einen teuren Bohrer abbrechen und Sie dies für möglich gehalten haben, da er nicht für das Material geeignet war. Für die mittlere Fahrlässigkeit ist somit kennzeichnend, dass man sich bewusst ist, dass das Verhalten zu einem Schaden führen kann, dieser aber nicht eintreten muss. Sie vertrauen in diesem Moment darauf, dass schon alles gut gehen wird.

Beispiel 3: grobe Fahrlässigkeit (grds. volle Haftung des Arbeitnehmers)
Im Bereich der groben Fahrlässigkeit sind die Fälle anzusiedeln, in der man die erforderliche Sorgfalt in groben Maße außer Acht lässt. In diesem Bereich sind insbesondere die Fälle denkbar, in denen Sie betrunken zur Arbeit erscheinen und dadurch einen Unfall verursachen. Ein weiterer Fall der groben Fahrlässigkeit liegt vor, wenn Sie mit ihrem Firmenwagen über eine bereits rote Ampel fahren und dadurch einen Unfall verursachen.

Beispiel 4: Vorsatz (volle Haftung des Arbeitnehmers)
Im Bereich der vorsätzlichen Schadensverursachung gibt es ausnahmslos keine anteilige Haftung des Arbeitgebers. Dieser soll in diesem Bereich geschützt werden, denn es liegt außerhalb seiner Verantwortung, für vorsätzliche Schäden seines Arbeitnehmers aufzukommen. Eine Bedienung, die absichtlich dem unfreundlichen Koch die Suppe über den Kopf schüttet, muss den daraus resultierenden Schaden allein tragen. Ebenso ein Büroangestellter, der vorsätzlich einen Auftrag nicht bestätigt, da ihn der Chef geärgert hat.

1234
Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Verschuldensformen im Arbeitsrecht
Seite  2:  Wann muss ein Arbeitnehmer Schäden ersetzen?
Seite  3:  Beispiele zu den Verschuldensformen
Seite  4:  Wann kann man sich auf die Haftungsbegrenzung berufen?
Diskutieren Sie diesen Artikel
Das könnte Sie auch interessieren
Haftpflicht, Schadensersatz Die wichtigsten Probleme im Schadensersatzrecht
Haftpflicht, Schadensersatz Schadenersatz - Der § 823 BGB
Arbeitsrecht Geltungsbereich des Arbeitsrechts
Arbeitsrecht Arbeitsvergütung