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Verpackungskünstler Christo streitet vor Gericht

AFP VOM 19.7.2011 | Nachrichten - Allgemein | 841 Aufrufe
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Christo, Vermarktungsrechte, Reichstag, Fotos

Agentur verkaufte Fotos von verhülltem Reichstag

Vor fast genau 15 Jahren verhüllten der New Yorker Künstler Christo und seine Frau Jeanne-Claude den Reichstag. Christos Anwälte streiten jetzt in Berlin vor Gericht erneut um die Vermarktungsrechte von Fotos des Kunstwerks. Eine Berliner Agentur hatte Fotos der Aktion verkauft; Christo verlangt von ihr unter anderem Schadensersatz.

Zwischen dem 25. Juni und dem 7. Juli 1995 war der Reichstag hinter 100.000 Quadratmetern silbergrauem Stoff verschwunden und zog rund fünf Millionen Besucher an. Christo und seine mittlerweile verstorbene Frau Jeanne-Claude hatten sich die Vermarktungsrechte für die Verhüllung gesichert, um mit dem Verkauf von Bildern das Projekt zu finanzieren. Jetzt soll das Landgericht Berlin entscheiden, ob die Agentur dennoch Fotos vertreiben durfte. Nach Angaben eines Gerichtssprechers lehnten es die Parteien am Dienstag ab, einen Vergleich zu schließen. "Es wurde sehr kontrovers verhandelt", sagte der Sprecher.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte 2002 in einem ähnlichen Rechtsstreit bereits zugunsten von Christo und Jeanne-Claude geurteilt. Damals wollte ein Verlag Postkarten von dem Projekt verkaufen.

Der BGH musste entscheiden, ob sich der verhüllte Reichstag "bleibend" bis zum Ende seiner "gesamten Lebenszeit" an einem öffentlichen Ort befand. In solch einem Fall hätte sich der Postkartenverlag auf die "Panoramafreiheit" berufen dürfen, da solche Kunstwerke dann zum Teil auch öffentliches Gemeingut sind. Der BGH sah in dem verhüllten Reichstag jedoch kein bleibendes Kunstwerk, sondern ein zeitlich befristetes Projekt.

Der Sprecher des Landgerichts sagte, dass die Fotoagentur diese Rechtsprechung möglicherweise in Frage stellen wollte, indem sie den aktuellen Prozess durch alle Instanzen verfolge. Das Landgericht kündigte das Urteil für den 27. September an.

19.07.2011 - 17:01 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2011

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