Vermögensauseinandersetzung bei Scheidung - Der Zugewinnausgleich

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Familienrecht Rubrik, Zugewinn, Zugewinnausgleich, Scheidung, Zugewinngemeinschaft

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Die Ermittlung des Zugewinnausgleichsanspruchs

Beim Zugewinnausgleich werden die jeweiligen Anfangs- und Endvermögen beider Ehegatten bewertet. Die Differenz zwischen Anfangs- und Endvermögen ist der Zugewinn. Letzterer kann nie negativ werden, sondern wird in diesem Fall mit Null angesetzt. Der Ehegatte mit dem höheren Zugewinn schuldet dem anderen Ehegatten die Hälfte der Differenz beider Zugewinne, so dass am Ende beide auf den selben Betrag kommen.

Das Anfangsvermögen umfasst, was jeder der Eheleute zum Zeitpunkt der Eheschließung mit in die Ehe gebracht hat. Auch hier wird bei Überschuldung kein negativer Betrag angesetzt, die untere Grenze ist Null. Diese Regelung begünstigt den anfänglich verschuldeten Ehegatten, dessen Schulden während der Ehe abgetragen werden. Was oft übersehen wird: Das Anfangsvermögen muss auf den aktuellen Geldwert umgerechnet werden, indem es durch die so genannte Indexierung um den während der Ehe eingetretenen Kaufkraftschwund bereinigt wird.

Für das Endvermögen ist der Zeitpunkt der Zustellung des Scheidungsantrags maßgebend. Durch einen eigenen Scheidungsantrag kann ein Ehegatte also den Stichtag für das Endvermögen gezielt günstig beeinflussen. Weiterhin kann das Endvermögen durch vorgezogene Anschaffungen bzw. Ausgaben oder auch durch Verzögerung eigener Rechnungsstellung verringert werden.

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Hierbei sollte man beachten, dass derjenige, der die Scheidung beantragt hat, seinen Antrag ohne Zustimmung der Gegenseite bis zur mündlichen Verhandlung zurücknehmen, anschließend neu stellen und so den Stichtag zu seinen Gunsten ändern kann. Um dies zu verhindern, sollte der Antragsgegner zusätzlich einen eigenen Scheidungsantrag stellen.

Nicht in den Zugewinnausgleich gehören Hausratsgegenstände. Unter Hausrat fällt auch das gemeinsam genutzte Familienauto, nicht jedoch der nur von einem Ehegatten beruflich genutzte PKW. Ebenfalls nicht zum Zugewinn zählen Versorgungsansprüche, z.B. Rentenansprüche oder Lebensversicherungen auf Rentenbasis. Deren Ausgleich wird durch den so genannten Versorgungsausgleich geregelt.

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Die Zugewinngemeinschaft
Seite  2:  Die Ermittlung des Zugewinnausgleichsanspruchs
Seite  3:  Der Einfluss der Zugewinngemeinschaft auf das Ehegattenerbrecht
Seite  4:  Korrekturen von Anfangs- und Endvermögen
Seite  5:  Die Anrechnung von Zuwendungen zwischen den Eheleuten
Seite  6:  Der vorzeitige Zugewinnausgleich
Seite  7:  Auskunftsansprüche
Seite  8:  Vertragliche Gestaltungsmöglichkeiten
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