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Verletzte bei Gedenken für getöteten Asylbewerber Oury Jalloh

AFP VOM 8.1.2012 | Nachrichten - Allgemein | 1095 Aufrufe
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Polizei geht sieben Strafanzeigen nach

Nach heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten bei einer Gedenkfeier in Sachsen-Anhalt für den vor sieben Jahren im Polizeigewahrsam getöteten Asylbewerber Oury Jalloh sind bei der Polizei sieben Strafanzeigen wegen Körperverletzung eingegangen. Die Aufklärung des Streits, bei dem zwei Demonstranten verletzt wurden, stehe aber noch ganz am Anfang, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag in Dessau. Deshalb lasse sich noch nicht sagen, wer für die Eskalation verantwortlich sei und ob und gegen wen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werde.

Den Polizeiangaben zufolge hatten am Samstag 150 Menschen in Dessau Oury Jalloh gedacht. Der aus dem westafrikanischen Sierra Leone stammende Asylbewerber starb am 7. Januar 2005 in einer Dessauer Polizeizelle. Er soll dort eigenhändig mit einem Feuerzeug eine Matratze entzündet haben, obwohl er gefesselt war.

Wie in den vergangenen Jahren führte ein Teil der Demonstranten Plakate mit der Aufschrift "Oury Jalloh - Es war Mord" mit sich. Anders als in den Vorjahren hatte sich die Polizei aber entschlossen, diese nicht mehr zu dulden. Am Ende der Demonstration sei deshalb die Identität von Demonstranten festgestellt worden. Dabei sei es zu den Rangeleien gekommen, bei denen zwei Teilnehmer verletzt wurden, sagte der Polizeisprecher.

Die Grünen kündigten an, den Vorfall im Innenausschuss des Landtags von Sachsen-Anhalt zur Sprache bringen zu wollen. Gleichzeitig forderten sie vom zuständigen Polizeipräsidenten und von Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) eine Erklärung zu der Eskalation. Laut Polizei waren mehrere hundert Polizisten in Dessau im Einsatz.

(AFP-Kontakt: CvD Bundesländer, inland.deu@afp.com, 030 - 308 76 -231)

08.01.2012 - 15:30 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2011

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