Verlegung belgischer Häftlinge in die Niederlande begonnen
AFP VOM 2.2.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 632 Aufrufe Mehr zum Thema:Häftlinge
Wegen Überbelegung sollen 500 Gefangene ins Nachbarland
Belgien hat mit der Verlegung von Häftlingen in die Niederlande begonnen, mit der es die Überbelegung seiner Gefängnisse angehen will. Rund 40 Gefangene sollten am Dienstag aus der Region Antwerpen in Nordbelgien in eine Anstalt im südniederländischen Tilburg gebracht werden, sagte ein Sprecher der Direktion der belgischen Gefängnisse, Laurent Sempot. Danach sollten "so schnell wie möglich" auch die übrigen der insgesamt 500 in Tilburg gemieteten Plätze belegt werden.
Die Gefängnisse in Belgien haben etwa 10.400 Insassen, das sind rund 2000 Häftlinge über der eigentlichen Kapazität. Im Oktober wurde darum ein auf drei Jahre angelegter Vertrag über die Unterbringung von 500 Häftlingen im Nachbarland geschlossen. Dem niederländischen Justizministerium zufolge muss Belgien dafür 30 Millionen Euro pro Jahr zahlen, was 5000 Euro pro Häftling im Monat bedeutet. Sie alle sollen aus Belgiens niederländischsprachigem Landesteil Flandern kommen.
Das Tilburger Gefängnis werde am Freitag zeitweilig "offiziell an Belgien übertragen", erklärte Belgiens Justizminister Stefaan De Clerck. Während die Wärter Niederländer sind, werde die Leitung aus Belgiern bestehen, sagte der Sprecher der Gefängnisdirektion, Sempot. Das Reglement sei mit demjenigen in belgischen Gefängnissen identisch.
Im vergangenen Jahr kam es wiederholt zu gewaltsamen Zwischenfällen und Revolten in belgischen Haftanstalten, die auch auf die Überbelegung zurückgeführt wurden. Mehrere Male traten Wärter in den Ausstand, um gegen die Verhältnisse hinter Gittern zu protestieren.
Nach dem geplanten Bau neuer Gefängnisse in Belgien bis Ende 2012 sollen die Häftlinge zurückkehren. Die Niederlande verfügen über rund 2000 freie Zellen. Dem Justizministerium des Landes zufolge geht der Leerstand auf die gesunkene Kriminalität zurück.
2. Februar 2010 - 13.45 Uhr
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