Verkehrsunfall - 7 goldene Regeln

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Im Schnitt ist jeder Autofahrer alle fünf Jahre an einem Verkehrsunfall beteiligt. Das ist natürlich nur der Durchschnitt. Im Klartext heißt dies, dass nahe zu jeder Autofahrer in seinem Leben mindestens an einem Verkehrsunfall beteiligt ist.

Auch wenn Sie wissen, dass Sie Recht haben, heißt das noch lange nicht, dass Sie einen späteren Schadensersatzprozess vor Gericht gewinnen werden. Daher ist es umso ärgerlicher, wenn man es aufgrund mangelnder Beweissicherung am Unfallort versäumt, sein Recht im späteren Gerichtsverfahren auch geltend machen zu können.

Denn juristisch gesehen verbergen sich im Rahmen der Abwicklung eines Verkehrsunfalls viele Tücken. Als Beispiel hierfür sei nur der berühmte „Anscheinsbeweis“ genannt – teilweise besser bekannt unter dem Sprichwort: „Wer auffährt hat Schuld!“. Es gibt aber auch Fälle in denen dieser Anscheinsbeweis widerlegt werden kann.

Außerdem hat die gegnerische Versicherung immer das Interesse, den Schaden möglichst klein zu halten. Als Privatperson gegen die Versicherer sein Recht zu erkämpfen, gleicht meist dem Kampf des David gegen Goliath. Außerdem stehen Ihnen möglicherweise Rechte zu, von denen Sie nicht wissen, wie Sie diese geltend machen können.

Zu diesen zählen unter anderem das Schmerzensgeld, die Wertminderung, der Nutzungsausfall oder ein Haushaltsführungsschaden.

Beachten Sie daher nach einem Verkehrsunfall immer folgende 7 Regeln:

  1. Sichern Sie die Unfallstelle! Dies gilt schon aus Eigenschutz und aus gesetzlichen Gründen.
  2. Lassen Sie sich nie von Ihrem Unfallgegner einschüchtern und gestehen Sie niemals Ihre Schuld sofort schriftlich an! Auch die Meinung der Polizei, die gegebenenfalls den Unfall aufnimmt, sollte Sie nicht dazu veranlassen, Ihre Schuld sofort anzuerkennen. Sie sollten daher das Unfallprotokoll der Polizei auf falsche Sachverhaltsverhaltsdarstellungen überprüfen. Über die Schuldfrage hat das Gericht im Zweifel zu entscheiden, nicht die Polizei und auch nicht Ihr Unfallgegner!
  3. Verändern Sie nichts! Dokumentieren Sie die Unfallstelle immer mit Fotos (zur Not auch mit der Handykamera).
  4. Notieren Sie sich immer die Anschrift Ihres Unfallgegners und lassen Sie sich zu diesem Zweck immer seinen Personalausweis zeigen! Sollte Ihr Unfallgegner sich nicht ausweisen können, ist in jedem Fall die Polizei zu alarmieren! Notieren Sie sich auch die Anschriften der Zeugen.
  5. Notieren Sie sich das Kennzeichen und die Versicherung Ihres Unfallgegners.
  6. Lassen Sie sich nach dem Unfall unverzüglich ein Schadensgutachten einer Fachwerkstatt erstellen.
  7. Wenn sie durch den Unfall körperlich oder seelisch verletzt worden sind, denken Sie daran Ihre Verletzungen unverzüglich durch einen Arzt attestieren zu lassen. Der oftmals dem Rechtsanwalt vorgelegte Kurzbericht der Unfallklinik sagt nämlich nichts über die Dauer und die Behandlungstherapie der Verletzung aus. Diese Faktoren können aber für einen Schmerzensgeldanspruch von Belang sein.
Die Kosten der anwaltlichen Tätigkeit

Die Ihnen als Geschädigtem für die Regulierung Ihres Haftpflichtschadens entstehenden Anwaltskosten muss Ihnen grundsätzlich der Schädiger (bzw. sein Versicherer) erstatten, wenn er für den Unfall allein haftet. D.h. Ihnen entstehen in der Regel keine Kosten, wenn Sie den Unfall nicht verschuldet haben. Die erforderlichen Anwaltskosten sind nach der Rechtsprechung nämlich grundsätzlich Teil des ersatzpflichtigen Schadens.

Falls Sie für den Unfall mit haften oder ihn sogar allein verschuldet haben, müssen Sie auch die Anwaltskosten teilweise oder ganz tragen. Ihr Anwalt berät Sie auf jeden Fall vorab, ob und ggf. welche Kosten auf Sie zukommen.

Wenn Sie eine für den Unfall eintrittspflichtige Rechtsschutzversicherung haben, trägt der Rechtsschutzversicherer die Anwaltskosten.

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