Ex-BayernLB-Vorstand verriet sich selbst bei Justiz
AFP VOM 7.1.2011 | Nachrichten - Allgemein | 1223 Aufrufe Mehr zum Thema:BayernLB, Korruption
Gribkowsky fühlte sich von Journalisten verfolgt
Der wegen Korruptionsverdachts verhaftete ehemalige Ex-BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky hat die Ermittlungen der Justiz laut einem Zeitungsbericht selbst ins Rollen gebracht. Gribkowsky sei bei der Münchner Staatsanwaltschaft vorstellig geworden, weil er sich von Journalisten wegen Fragen zur Herkunft dubioser Zahlungen verfolgt fühlte, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Gribkowsky habe dabei von "Erpressung" und "Stalking" - also systematischem Nachstellen - gesprochen.
Dabei habe er der Staatsanwaltschaft auch eine Frage gezeigt, in der sich die Journalisten erkundigten, ob ein dubioser Geldfluss in Höhe von 50 Millionen Dollar (rund 37 Millionen Euro) aus Formel-1-Geschäften der Bank stammen. Erst aufgrund dieser Fragen nahm die Staatsanwaltschaft den Angaben zufolge die Ermittlungen auf. Wenige Tage später wurde Gribkowsky verhaftet.
Der Verdacht lautet auf Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung. Bei dem Fall geht es laut Staatsanwaltschaft um den Verkauf von Formel-1-Anteilen im Jahr 2006, die zuvor von der Landesbank gehalten worden waren. Die 50 Millionen Dollar wurden an von Gribkowsky gegründete Firmen in Österreich gezahlt.
In Deutschland sei das Geld nicht versteuert worden. Die BayernLB hatte die Formel-1-Rechte gehalten, weil der Unternehmer Leo Kirch diese mit Krediten der Bank gekauft hatte. Als Kirch pleite ging, blieb die Bank auf den Formel-1-Rechten sitzen. Bei dem Verkauf sei keine aktuelle Bewertung der Formel-1-Anteile vorgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Offenbar wurden die Anteile zu einem zu geringen Preis verkauft.
Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, drohen Gribkowsky fünf bis zehn Jahre Gefängnis. In Ermittlerkreise sei die Rede davon, dass die Vorgänge um Gribkowsky sich als größter Korruptionsfall in der Geschichte der Bundesrepublik entpuppen könnten.
Laut "SZ" spielt auch die graue Eminenz der Formel 1, Bernie Ecclestone, in der Affäre eine zentrale Rolle. Ecclestone, der die Rennserie groß gemacht hatte, habe im Zuge des Verkaufs der Formel-1-Anteile an den Finanzinvestor CVC seine zwischenzeitlich geschwundene Macht in der Rennserie wieder zementieren können. Gribkowsky und Ecclestone hatten sich vor den dubiosen Vorgängen kennen gelernt.
07.01.2011 - 15:31 Uhr


