Urteil gegen sudanesische Journalistin in Hosen nächste Woche
AFP VOM 29.7.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 1020 Aufrufe Mehr zum Thema:Journalisten
Die sudanesische Justiz entscheidet in der kommenden Woche über die Bestrafung für eine bekannte Journalistin, die eine Hose getragen hat. Lubna Ahmed el Hussein, der wegen des Hosen-Tragens 40 Peitschenhiebe drohen, machte nach eigenen Angaben am Mittwoch den Weg für eine Fortsetzung des Prozesses frei. Die Journalistin, die auch für die UNO arbeitete, will ihren UN-Posten niederlegen. Dadurch würde sie ihre Immunität verlieren und könnte dann gerichtlich belangt werden. "Ich will, dass dieser Prozess weitergeht", sagte die Angeklagte bei einer Anhörung in der sudanesischen Hauptstadt Khartum vor rund hundert Zuhörern. Sie trug erneut eine Hose.
Sie habe Anfang Juli in einem Restaurant gesessen, als Polizisten hineinkamen und alle Frauen in Hosen aufforderten mitzukommen, schilderte die renommierte Journalistin den Zwischenfall, der zu ihrer Anklage führte. Zehn der zwölf betroffenen Frauen seien zwei Tage später auf einer Polizeiwache mit je zehn Peitschenhieben für ihre "unschickliche" Kleidung bestraft worden. Die übrigen, darunter sie selbst, seien gemäß Paragraph 152 des sudanesischen Strafrechts angeklagt worden, sagte Hussein. Dieser Paragraph sieht 40 Peitschenhiebe für unschickliches Verhalten vor, das "die öffentliche Moral verletzt". Das Urteil soll nun am Dienstag fallen. Im Sudan herrscht eine streng islamische Regierung.
29. Juli 2009 - 15.02 Uhr
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