Die mittelbare Falschbeurkundung

Mehr zum Thema:

Strafrecht - Straftaten Rubrik, Urkunde, Urkundenfälschung

5 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
1

§ 271 StGB [Mittelbare Falschbeurkundung]

(1) Wer bewirkt, dass Erklärungen, Verhandlungen oder Tatsachen, welche für Rechte oder Rechtsverhältnisse von Erheblichkeit sind, in öffentlichen Urkunden, Büchern, Dateien oder Registern als abgegeben oder geschehen beurkundet oder gespeichert werden, während sie überhaupt nicht oder in anderer Weise oder von einer Person in einer ihr nicht zustehenden Eigenschaft oder von einer anderen Person abgegeben oder geschehen sind, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer eine falsche Beurkundung oder Datenspeicherung der in Absatz 1 bezeichneten Art zur Täuschung im Rechtsverkehr gebraucht.
(3) Handelt der Täter gegen Entgelt oder in der Absicht, sich oder einen Dritten zu bereichern oder eine andere Person zu schädigen, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren
(4) Der Versuch ist strafbar.

Dies ist wieder mal einer von diesen Tatbeständen, bei dem man sich fragt, ob unsere Gesetzgeber ihn nicht noch ein wenig komplizierter hätten formulieren können. Absatz 1 holpert ein wenig. ;-)

Ein wenig einfacher dargestellt geht es darum, dass ein Amtsträger (daher "öffentlich") von dem Täter veranlasst wird, etwas Falsches zu beurkunden. Dies kann z.B. ein Attest eines Amtsarztes sein, der einem eigentlich gesundem Prüfling die Prüfungsunfähigkeit bescheinigt, obwohl der Prüfling kerngesund ist und nur gut simuliert.

123
Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Urkundsdelikte - Worum es geht
Seite  2:  Die Urkundenfälschung
Seite  3:  Die mittelbare Falschbeurkundung
Diskutieren Sie diesen Artikel
Das könnte Sie auch interessieren
Strafrecht Strafrecht - Worum es geht
Strafrecht - Straftaten Einzelne Delikte - Worum es geht