Untersuchungsausschuss zum Mordfall Carolin in Schwerin eingesetzt
AFP VOM 26.1.2006 | Nachrichten - Allgemein | 4392 Aufrufe Mehr zum Thema:Untersuchungsausschuss, Mordfall, Carolin
Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Mordfall Carolin eingesetzt. Nach Ansicht der oppositionellen CDU, die am Donnerstag einen entsprechenden Antrag stellte, muss aufgeklärt werden, warum der Mörder der 16-jährigen Schülerin aus Graal-Müritz bei Rostock im Juli 2005 nur eine Woche vor der Tat aus der Haft entlassen wurde. Die Staatsanwaltschaft habe offenbar nicht ausreichend die Möglichkeit geprüft, den 29-jährigen Maik S. in nachträgliche Sicherheitsverwahrung zu nehmen, sagte der CDU-Abgeordnete Ulrich Born.
Die CDU wirft den Strafvollzugsbehörden außerdem vor, S. während der Haft keine ausreichende Sozialtherapie ermöglicht zu haben. "Sehenden Auges wurde eine tickende Zeitbombe entlassen", sagte Born. Justizminister Erwin Sellering (SPD) wies die Vorwürfe zurück. Sellering sagte im Landtag, die Justiz hätte S. nicht über die sieben Jahre Haft hinaus festhalten können, weil es keine verwertbaren Erkenntnisse gegeben habe, die beim Urteil von 1998 nicht bekannt gewesen seien. Die PDS warf der CDU vor, den Mordfall Carolin "politisch instrumentalisieren" zu wollen.
Carolin war in einem Waldstück in der Nähe ihres Heimatortes von Maik S. vergewaltigt und erschlagen worden. Der Täter war 1998 zu sieben Jahren Haft wegen Vergewaltigung und Freiheitsberaubung verurteilt worden und hatte die Strafe bis zum letzten Tag verbüßt. Eine vorzeitige Haftentlassung war wegen seiner weiterhin bestehenden Gefährlichkeit im März 2005 abgelehnt worden. Wegen des Mordes an Carolin wurde er im November zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt.
26. Januar 2006 - 14.32 Uhr
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