Unfall unter Alkoholeinfluss

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Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

oftmals stellt sich bei der Regulierung von Verkehrsunfällen die Frage nach etwaigen Haftungsproblemen.

Ein nicht zu vernachlässigendes Problem ist der typische Fall des Verkehrsunfalls unter Alkohol- oder Drogeneinfluss.

Bei der Klärung der Haftungsfrage ergibt sich oftmals als Unfallursache, dass der Unfallgegner den Unfall vollumfänglich alleine verschuldet hat bzw. hätte, die gegnerische Haftpflichtversicherung dem alkoholisierten Unfallbeteiligten jedoch aufgrund einer Alkoholisierung pauschal eine Mithaftung auferlegt.

Diese pauschale Mithaftung ist nicht zulässig bzw. gegen diese pauschale Mithaftung kann regelmäßig vorgegangen werden. Dies ist Aufgabe des verkehrsrechtlich spezialisierten Anwalts, der gegnersichen Versicherung aufzuzeigen, dass der Unfall gänzlich und vollumfänglich vom Unfallgegner versursacht worden ist, die Alkoholisierung keinerlei Einfluss auf den Unfallhergang hatte- der Unfall also nicht aufgrund der Alkoholeinwirkung mitverursacht wurde und der Unfall auch ohne Alkohol/Drogen durch den Unfallverursacher verursacht worden wäre.

Als Leitsatz dazu empfiehlt sich die Lektüre einer Entscheidung des OLG Hamm vom 28.01.2010:

"Dafür, dass eine zum Unfallzeitpunkt vorliegende absolute Fahruntüchtigkeit unfallursächlich ist, spricht ein Anscheinsbeweis, wenn sich der Unfall unter Umständen in einer Verkehrslage ereignet hat, die ein nüchterner Fahrer hätte meistern können".

Es liegt dann an dem Verkehrsanwalt, nachzuweisen, dass auch ein nüchterner Fahrer in der Unfallsituation nicht anders gehandelt hätte und so keinelrei Mithaftung trotz Alkohol vorliegt.

Ungeachtet dessen empfiehlt es sich - sofern man alkoholisiert in einen Verkehrsunfall verwickelt ist, grundsätzlich sofort einen auf Verkehrsrecht spezialisierten Anwalt aufzusuchen. Leider wird oftmals von Mandantenseite aus vergessen, dass im Falle eines unter Alkoholeinfluss ereigneten Unfalls nicht nur die Schadensregulierung erschwert ist, sondern dass v.a. von Seiten der Polizei wegen einer Trunkenheitsfahrt bzw. wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt wird.

Ein Unfall unter Alkohol/Drogeneinfluss bedroht nicht nur "den Geldbeutel" des Unfallbeteiligten, sondern auch die Fahrerlaubnis/Führerschein.

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