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Unfall, Absperrzaun lag im Kurvenausgang (Außerorts)

2.1.2016 Thema abonnieren Zum Thema: Unfall
 Von 
ViBo
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Unfall, Absperrzaun lag im Kurvenausgang (Außerorts)

Moin,

zu meinem Problem, Ich hatte vor gut 2 Wochen an einem Montag um ~6:30 auf dem Weg zur Arbeit ein Absperrzaun übersehen und bin da nahezu ungebremst rein gefahren, dieser Absperrzaun stand gut eine Woche lang auf der Gegenfahrbahn um darauf hinzuweisen das diese Strecke für "Anlieger frei" ist (die Gegenfahrbahn war so gesagt "gesperrt"). Direkt nach dem Unfall habe ich natürlich die Polizei angerufen und die Straße geräumt, gut 30min später war dann die Polizei vor Ort und hat den Unfall aufgenommen jedoch mit der Aussage das ich auf den Kosten sitzenbleiben werde da es sich um einen "Sturmschaden" handeln soll, laut Polizei wurde die Absperrung vom Wind auf meine Fahrbahn geweht was ich jedoch schwer bezweifle da auch die schweren Standfüße in die der Absperrzaun nur gesteckt wird auf meiner Fahrbahn waren (vor dem Unfall noch am Absperrzaun dran), sprich ich gehe davon aus das dieser Absperrzaun wohl auf der anderen Fahrbahn mal um gefahren wurde und dann auf der falschen Fahrbahn wieder aufgebaut wurde.
Da es in Deutschland für alles Vorschriften gibt gehe ich einfach mal davon aus das es auch Vorschriften fürs aufstellen von Absperrungen gibt die Ich leider aber nicht im Netz finden kann.
Ich habe schon die Firma gefunden die die Absperrung aufgestellt hat und kontaktiert (eMail und Telefonisch) jedoch kommt keine Reaktion von der Firma da diese sagt das die dafür nichts können wenn der Wind es um weht. Ich persönlich bin aber der Meinung das man beim Aufstellen einer Absperrung sicher gehen muss das diese nicht den Straßenverkehr behindert darf.
Ich will es erst auf eigene Faust probieren bevor ich einen Anwalt dazu schalte (Schadenshöhe ist 5800€ laut BMW + Leihwagen usw)

Wäre schön wenn mir jemand nützliche Tipps geben kann wie ich da vorgehen kann oder jemand helfen kann der auch schon so ein Fall hatte oder davon gehört hat.

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Unfall


14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
iceman123mitglied
Status:
Praktikant
(505 Beiträge, 307x hilfreich)


".......auf dem Weg zur Arbeit ein Absperrzaun übersehen und bin da nahezu ungebremst rein gefahren."

Meiner Meinung nach stehen deine Chancen schlecht, dass sich jemand (...außer dem Finanzamt) an deinen Reparaturkosten beteiligen wird.

Du hast gegen das Sichtfahrgebot verstoßen. Das Sichtfahrgebot verlangt, dass man stets nur so schnell fährt, dass man in der Lage ist, das Fahrzeug jederzeit innerhalb der sichtbaren Fahrstrecke anzuhalten.

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#2
 Von 
drkabo
Status:
Richter
(8013 Beiträge, 5933x hilfreich)


Was hat man sich denn unter einem Absperrzaun vorzustellen?

Sowas hier?

Oder sowas?

Bei Absperrungen liegt es in der Natur der Sache, dass sie auf der Straße stehen - sonst würde die Sperrwirkung fehlen.
Insofern verstehe ich das Problem noch nicht.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#3
 Von 
reckoner
Status:
Senior-Partner
(6920 Beiträge, 2765x hilfreich)

Hallo,

melde den Unfall deiner Versicherung (was du übrigens musst - der Zaun ist sicher auch nicht unbeschädigt geblieben), die wird auch prüfen, ob jemand anderes Schuld hat.

Zitat:
ich gehe davon aus das dieser Absperrzaun wohl auf der anderen Fahrbahn mal um gefahren wurde und dann auf der falschen Fahrbahn wieder aufgebaut wurde.
Reine Spekulation.
Vielleicht hat auch jemand den Zaun versetzt? Dann würde der vielleicht haften, aber finden wirst du den nie.

Zitat:
Was hat man sich denn unter einem Absperrzaun vorzustellen?
Das frage ich mich auch. Wenn er einem der beiden verlinkten Bilder ähnelt, dann sehe ich absolut kein Fremdverschulden.

Zitat:
dieser Absperrzaun stand gut eine Woche lang auf der Gegenfahrbahn um darauf hinzuweisen das diese Strecke für "Anlieger frei" ist (die Gegenfahrbahn war so gesagt "gesperrt")
Die Logik verstehe ich nicht so ganz. Entweder kann man durchfahren oder nicht, warum sollen sich Anwohner da anders verhalten als Nicht-Anwohner?
Aber egal, für den Unfall spielt das wohl keine Rolle.

Stefan

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#4
 Von 
BesToyota
Status:
Frischling
(30 Beiträge, 6x hilfreich)

Bauzaun: http://m.absperrtechnik24.de/item/336232303232
Falls es Rowdys waren, die das Schild/Zaun umgeworfen haben, kann die Baufirma nicht haftbar gemacht werden. Anders ist es, wenn der Wind das Schild/Zaun umwirft. Es sei denn, es war ein Orkan, dann ist es höhere Gewalt. Einen normalen Windstoß muss das Schild/Zaun aber aushalten, falls es korrekt!! aufgestellt wurde . Was ebenso zu prüfen wäre.


-- Editiert von BesToyota am 03.01.2016 05:46

-- Editiert von BesToyota am 03.01.2016 05:48

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#5
 Von 
ViBo
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Was hat man sich denn unter einem Absperrzaun vorzustellen?

Sowas hier?

Oder sowas?

Bei Absperrungen liegt es in der Natur der Sache, dass sie auf der Straße stehen - sonst würde die Sperrwirkung fehlen.
Insofern verstehe ich das Problem noch nicht.

Es ist die zweite Variante.

Ich sprach schon mit einem aus der Rechtsabteilung von der Firma in der ich Arbeite der mir sagte das in dem falle die Baufirmen dafür extra Versicherungen haben, Ich muss ja schließlich auch haften wenn ich etwas bei mir auf dem Grundstück aufstelle und dieses auf einmal weg geweht wird und z.B. Autos an der Straße beschädigt.

Genauso fragte ich andere Leute wie z.B. Versicherungsmakler, KFZ-Gutachter, Werkstatt und andere Personen, diese sind zwar alle nicht Experten auf dem Gebiet aber waren alle unabhängig der Meinung das die Baufirma dafür haften muss.

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#6
 Von 
ViBo
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von reckoner):

Zitat:dieser Absperrzaun stand gut eine Woche lang auf der Gegenfahrbahn um darauf hinzuweisen das diese Strecke für "Anlieger frei" ist (die Gegenfahrbahn war so gesagt "gesperrt")Die Logik verstehe ich nicht so ganz. Entweder kann man durchfahren oder nicht, warum sollen sich Anwohner da anders verhalten als Nicht-Anwohner?
Aber egal, für den Unfall spielt das wohl keine Rolle.
Stefan

dann korrigiere ich es mal, es war Anlieger bis Baustelle frei wenn man von A nach B fuhr, ich allerdings kam von B und fuhr nach A, diese Strecke war "frei".

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#7
 Von 
reckoner
Status:
Senior-Partner
(6920 Beiträge, 2765x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Bauzaun: http://m.absperrtechnik24.de/item/336232303232
Nein, so einer war es gerade nicht. Sondern eine sehr auffällige Variante - daher keine Haftung (Stichwort: Sichtfahrgebot).

Zitat:
das in dem falle die Baufirmen dafür extra Versicherungen haben
Erstens ist eine solche Versicherung keine Pflicht. Und zweitens zahlt die auch nur in berechtigten Fällen (was ich hier nicht sehe).

Zitat:
Ich muss ja schließlich auch haften wenn ich etwas bei mir auf dem Grundstück aufstelle und dieses auf einmal weg geweht wird und z.B. Autos an der Straße beschädigt.
Wenn das mal so einfach wäre.
Mir ist zufällig ein ähnlicher Fall bekannt (Wind - ein mittelmäßiger Sturm - hat eine Abdeckung gegen ein Auto befördert). Am Ende lief es über die eigene Teilkasko.

Zitat:
dann korrigiere ich es mal, es war Anlieger bis Baustelle frei wenn man von A nach B fuhr, ich allerdings kam von B und fuhr nach A, diese Strecke war "frei".
OK, bei einer Baustelle macht das irgendwie Sinn. Praktisch ist die Straße komplett gesperrt, aber Anliegern wird ein Schlupfloch gelassen.
Allerdings geht diese Baustellensituation auch zu deinen Lasten, du hättest da vorsichtig fahren müssen, nicht aber blind durch eine Kurve rasen.

Tut mir leid, aber für mich ist der Fall ziemlich klar. Ich bleibe dabei, dass die Baufirma nicht haftet, ein rot/weiß gestreifter Zaun erfüllt schon alleine die Verkehrssicherungspflicht; erst recht im Bereich einer Baustelle.
Und nochmal, den beschädigten oder gar zerstörten Zaun hast auch du (bzw. deine Versicherung) zu ersetzen.

Stefan

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#8
 Von 
ViBo
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Hallo,
Zitat:Bauzaun: http://m.absperrtechnik24.de/item/336232303232Nein, so einer war es gerade nicht. Sondern eine sehr auffällige Variante - daher keine Haftung (Stichwort: Sichtfahrgebot).
Zitat:das in dem falle die Baufirmen dafür extra Versicherungen habenErstens ist eine solche Versicherung keine Pflicht. Und zweitens zahlt die auch nur in berechtigten Fällen (was ich hier nicht sehe).
Zitat:Ich muss ja schließlich auch haften wenn ich etwas bei mir auf dem Grundstück aufstelle und dieses auf einmal weg geweht wird und z.B. Autos an der Straße beschädigt.Wenn das mal so einfach wäre.
Mir ist zufällig ein ähnlicher Fall bekannt (Wind - ein mittelmäßiger Sturm - hat eine Abdeckung gegen ein Auto befördert). Am Ende lief es über die eigene Teilkasko.
Zitat:dann korrigiere ich es mal, es war Anlieger bis Baustelle frei wenn man von A nach B fuhr, ich allerdings kam von B und fuhr nach A, diese Strecke war "frei".OK, bei einer Baustelle macht das irgendwie Sinn. Praktisch ist die Straße komplett gesperrt, aber Anliegern wird ein Schlupfloch gelassen.
Allerdings geht diese Baustellensituation auch zu deinen Lasten, du hättest da vorsichtig fahren müssen, nicht aber blind durch eine Kurve rasen.
Tut mir leid, aber für mich ist der Fall ziemlich klar. Ich bleibe dabei, dass die Baufirma nicht haftet, ein rot/weiß gestreifter Zaun erfüllt schon alleine die Verkehrssicherungspflicht; erst recht im Bereich einer Baustelle.
Und nochmal, den beschädigten oder gar zerstörten Zaun hast auch du (bzw. deine Versicherung) zu ersetzen.
Stefan

das man nur so schnell fahren darf wie weit man auch sehen kann ist mir wohl bekannt, aber (!) bremst ihr bis zum Stillstand ab wenn ihr Nachts unterwegs seid und ein Auto entgegen kommt so das man nur noch den Lichtkegel des Gegenverkehrs sieht ? oder wenn ihr durch eine "scharfe" Kurve fahrt und im Kurveninneren ein LKW ist hat man auch nahezu keine Sicht mehr, bremst ihr dann auf 10/20 km/h ab ? Ich bezweifle es stark.
Mir ist an diesem morgen ja auch ein PKW mit Xenon in der Kurve entgegen gekommen so das man zwar noch in die Kurve sehen konnte aber halt nicht ob etwas flach auf dem Boden liegt. Zu dem bin ich auch nicht die einzige Person die schaden durch diese Absperrung genommen hat, es stand paar Meter weiter ein Auto das sich die Felge an etwas kaputt gefahren hat.

Achso und damit es keine Missverständnisse gibt, die Baustelle war mehr als 1km weit hinter mir.

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#9
 Von 
reckoner
Status:
Senior-Partner
(6920 Beiträge, 2765x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
das man nur so schnell fahren darf wie weit man auch sehen kann ist mir wohl bekannt, aber (!) bremst ihr bis zum Stillstand ab wenn ihr Nachts unterwegs seid und ein Auto entgegen kommt so das man nur noch den Lichtkegel des Gegenverkehrs sieht ? oder wenn ihr durch eine "scharfe" Kurve fahrt und im Kurveninneren ein LKW ist hat man auch nahezu keine Sicht mehr, bremst ihr dann auf 10/20 km/h ab ? Ich bezweifle es stark.
Es spielt aber keine Rolle, was wir oder andere tun oder nicht, spätestens bei einem Unfall wird man sich ein solches Fehlverhalten anrechnen lassen müssen.

Zitat:
Mir ist an diesem morgen ja auch ein PKW mit Xenon in der Kurve entgegen gekommen
Und du als Anlieger wusstest doch, dass es dort dieser Absperrung gab, sprich: Du hättest sogar damit rechnen müssen, dass der andere PKW auf deiner Seite fährt. Das ist noch ein Grund, vorsichtiger zu fahren.

Zitat:
Achso und damit es keine Missverständnisse gibt, die Baustelle war mehr als 1km weit hinter mir.
OK, damit gab es auf der Strecke keinen Grund besonders(!) vorsichtig zu fahren. ABER: Direkt neben dem Absperrzaun gilt das nicht. Es hätte ja noch einen konkreten Grund geben können (beispielsweise ein Loch in der Fahrbahndecke).

Und nicht das du mich falsch verstehst, ich will dir nicht anlasten was du nicht gemacht hast. Ganz im Gegenteil, ich möchte dich vor Prozesskosten schützen, denn ich sehe maximal eine kleine Mitschuld bei der Baufirma und am Ende kostet dich das Ganze mehr als du bekommst.

Stefan

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#10
 Von 
muran
Status:
Lehrling
(1332 Beiträge, 828x hilfreich)

Da liegt was auf der Straße, ich brettere hinein.... wer ist schuld dass ich da rein gefahren bin?
Ach nein, der Zaun gehört ja einer Firma, also ist diese schuld?
Lag der Zaun auf der Straße, dann hat ihn der Sturm dahin geweht oder ein Spaßvogel hat sich ermächtigt gefühlt in den Straßenverkehr einen eingreifen zu müssen.
Ich vermute auch das vor dieser Absperrung egal welche Richtung ein Zeichen stand welchen signalisiert " Vorsicht Baustelle" ( das Ding mit der Schaufel im Dreieck).
Auf jeden Fall bleibst Du auf deine Kosten sitzen, falls keiner gefunden wird der den Zaun absichtlich und nur mit dem Zweck ein Hindernis aufzustellen um andere zu schaden ermittelt wird.

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#11
 Von 
reckoner
Status:
Senior-Partner
(6920 Beiträge, 2765x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Auf jeden Fall bleibst Du auf deine Kosten sitzen, falls keiner gefunden wird der den Zaun absichtlich und nur mit dem Zweck ein Hindernis aufzustellen um andere zu schaden ermittelt wird.
Naja, so extrem ist es nun auch wieder nicht. Es würde reichen, wenn jemand ermittelt wird, der beispielsweise einen weiteren Unfall mit dem Zaun hatte und dann die Unfallstelle nicht ausreichend abgesichert bzw. geräumt hat. Der Zweck "anderen schaden" muss nicht unbedingt gegeben sein.
Auch würde es reichen, wenn bewiesen werden könnte, dass der Zaun mangelhaft aufgestellt war (was übrigens bei richtigen Zäunen ziemlich schwierig ist, die stehen eigentlich schon alleine sicher genug, da kann man nicht viel falsch machen).

Aber: Das alles muss bewiesen werden, reine Vermutungen helfen da nicht. Außerdem bleibt eine gehörige Mitschuld aufgrund des blind Fahrens.

Stefan

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#12
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(27546 Beiträge, 8191x hilfreich)

Zitat:
bremst ihr bis zum Stillstand ab wenn ihr Nachts unterwegs seid und ein Auto entgegen kommt so das man nur noch den Lichtkegel des Gegenverkehrs sieht ?


Nö, ändert aber nichts daran, dass auch ich dann ein riesiges Problem hätte, wenn es zu einem Unfall kommt.

Wenn Du jemanden findest, dem Du nachweisen kannst, dass er die Absperrung dort hingelegt oder gestellt hat oder der Baufirma nachweisen kannst, dass sie die Absperrung mangelhaft gesichert hat, dann hast Du riesiges Glück. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass das auch nur ansatzweise gelingt. Andernfalls bleibst Du auf Deinem Schaden sitzen und das Ganze fällt unter allgemeines Lebensrisiko.

Und nur mal so als Beispiel, wie Gerichte so etwas sehen (LG Freiburg 7 Ns 520 Js 14833/06 - AK 174/07):
Fahren auf Sicht im Sinne der §§ 3 Abs. 1 S. 4 , 18 Abs. 6 StVO kann nachts auf unbeleuchteter Autobahn für einen Lkw-Fahrer bedeuten, dass er bei Abblendlicht mit 30 m Sichtweite eine Geschwindigkeit von 45 km/h nicht überschreiten darf. Fährt er gleichwohl schneller (hier: 86 km/h) und prallt auf ein unbeleuchtetes Unfallfahrzeug, wodurch ein Mensch getötet wird, ist er der fahrlässigen Tötung gemäß § 222 StGB schuldig.

Weiteres Zitat aus dem Urteil:
Im Bereich der Anschlussstelle Rust blieb der Mercedes Sprinter in der Hälfte zwischen dem Ausfahrtsast und dem Einfahrtsast mit dem Dach in Richtung des aus Norden kommenden Verkehrs zeigend auf der rechten Fahrbahn unbeleuchtet liegen. Die Autobahn A 5 ist im Bereich der Unfallstelle unbeleuchtet. Der schwarz lackierte Mercedes Sprinter lag vor dem Hintergrund eines Waldes.

In diesen Mercedes Sprinter ist der verurteilte LKW-Fahrer dann hineingefahren.

Und weiter aus dem Urteil:
Für den Angeklagten war vorhersehbar, dass er durch ein Überschreiten der den Sichtverhältnissen angepassten Geschwindigkeit auf ein unbeleuchtet liegen gebliebenes Fahrzeug auf seiner Fahrbahn nicht rechtzeitig würde reagieren können. Für den Angeklagten war auch vorhersehbar, dass infolge der nicht angepassten Geschwindigkeit in liegen gebliebenen Fahrzeugen befindliche Personen durch einen Aufprall zu Tode kommen könnten.

Allerdings hat der LKW-Fahrer in diesem Fall die mildeste aller Strafen bekommen, d.h. lediglich eine Verwarnung, also keine Geldstrafe und schon gar nicht eine Haftstrafe. Durch den Schuldspruch hatte er aber die Gerichtskosten am Hals und seine Versicherung musste für die Unfallfolgen aufkommen.

Ein ähnliches Urteil gibt es vom BGH zu einem Unfall mit einem auf einer Autobahn liegen gebliebenen unbeleuchteten Panzer mit Tarnanstrich (BGH NJW RR 1987, 1236).

Jetzt stelle Dir mal vor, auch nur ein LKW-Fahrer würde sich an dies Auslegung des LG Freiburg halten und nachts mit 45km/h über die Autobahn schleichen.

Sei froh, dass das nur eine Absperrung war, in die Du hineingefahren bist.



-- Editiert von hh am 09.01.2016 01:43

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#13
 Von 
ViBo
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Wollte einmal Auflösen.

Obwohl hier einige Wichtigtuer der Meinung sind das ich schuld hatte am Unfall und nichts von der Gegnerischen Versicherung bekommen würde habe ich nicht Aufgegeben und bin am Ball geblieben. Ergebnis: Der Schaden wurde erstattet.
Da ich ohne Anwalt vorging erhoffte ich ja das Ich Hilfe aus diesem Forum bekommen würde was leider nicht der Fall war, im eigentlichen wurde einem hier nur die Hoffnung genommen.

Somit Verabschiede ich mich hier und auf nimmer wieder sehen.

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#14
 Von 
cirius32832
Status:
Schüler
(453 Beiträge, 254x hilfreich)

1. Das ist hier ein Meinungsforum. Rechtsberatung dürfen nur Anwälte machen. Insofern darfst du nicht enttäuscht sein wenn sich die allgemeine Meinung von deiner erhofften Meinung unterscheidet.
2. Mit wichtigtuen hat das nichts zu tun. Wenn du keine Meinung hören magst die dir nicht passt (auch wenn sie richtig oder falsch ist) dann bist du in Foren falsch.
3. Die Versicherung hat ohne Anwalt gezahlt - schön und gut. Vielleicht hätte eine andere Versicherung anders gehandelt. Vielleicht hättest du mit einem Anwalt das Verfahren auch verloren...hätte hätte Fahrradkette
4. Schön dass du dich wenigstens verabschiedest. Du hattest Glück, die Versicherung war kulant.... Tschö mit ö

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