Un-Kommissarin fordert Ende illegaler Hinrichtungen in Kolumbien
AFP VOM 30.10.2008 | Nachrichten - Nachrichten | 2614 Aufrufe Mehr zum Thema:Un-Kommissarin, Hinrichtungen, Kolumbien
Nach mutmaßlicher Tötung von Zivilisten durch Soldaten
Nach der Entlassung von 27 Militärs wegen Mordverdachts in Kolumbien hat das UN-Menschenrechtskommissariat ein Ende der außergerichtlichen Hinrichtungen in dem südamerikanischen Land gefordert. Die Sicherheitskräfte müssten sich jederzeit an internationales Recht halten und die Menschenrechte respektieren, mahnte UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay am Mittwoch (Ortszeit). Die Regierung und die Armeeführung müssten dafür sorgen, dass die Praxis der außergerichtliche Hinrichtungen aufhöre.
Der kolumbianische Generalstabschef Freddy Padilla de Leon hatte am Mittwoch die Entlassung von 27 Militärs verkündet, darunter drei Generäle. Den Entlassenen wird vorgeworfen, 19 junge Menschen aus den Armenvierteln der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá entführt und getötet zu haben. Wenige Tage nach ihrem Verschwinden hatten die Soldaten die Leichen der Verschleppten als im Kampf getötete Rebellen der linksgerichteten FARC-Guerilla präsentiert. Die aus dem Militärdienst Entlassenen stehen im Verdacht, durch die Tötung der Zivilisten die Bilanz ihrer Einheiten im Kampf gegen die Rebellen aufgebessert zu haben, um Belohnungen zu kassieren.
Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden seit Amtsantritt von Präsident Alvaro Uribe im Jahr 2002 fast 1300 Kolumbianer aus politischen Gründen ermordet - die meisten durch kolumbianische Soldaten und Polizisten. Uribe hatte Belohnungen für das Töten von Rebellen im Gefecht eingeführt.
30. Oktober 2008 - 01.48 Uhr
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