Umtausch von Weihnachtsgeschenken

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Verbraucherschutz Rubrik, Weihnachtsgeschenke, Umtausch, Rückgabe, Widerruf, Rückgaberecht

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Kann ich Geschenke einfach bei Nichtgefallen umtauschen?

Es kommt schon mal vor, dass Weihnachtsgeschenke nicht passen oder nicht gefallen. Ein Umtausch erscheint da naheliegend. Dieser Ratgeber erklärt die rechtlichen Hintergründe und sagt, was man schon beim Kauf von Geschenken für einen späteren Umtausch beachten sollte.

Kein Recht auf Umtausch bei Nichtgefallen

Gekauft ist gekauft! Es gibt kein generelles Rückgaberecht. Ein Händler muss einmal verkaufte Ware nicht zurücknehmen. Manche tun es trotzdem. Sie kommen ihren Kunden entgegen und nehmen Ware zurück, etwa weil sie eine gute Kundenbeziehung nicht gefährden wollen.

Felix Westpfahl
seit 2012 bei
123recht.net
Rechtsanwalt
Osterstraße 1
30159 Hannover
Tel: 0511/260918-0
Web: www.WMVP.de
E-Mail:
Strafrecht, Verkehrsrecht, Arbeitsrecht, Medizinrecht
Preis: 150 €

Hier darf trotzdem umgetauscht werden

Von der Regel gibt es aber auch Ausnahmen. Ein generelles Rückgaberecht innerhalb von vierzehn Tagen gilt bei Käufen per Katalog, Haustürgeschäften und im Online-Shop. Bei der 14-Tages-Frist zählt übrigens jeder Tag. Sonn- und Feiertage werden mitgerechnet. Fällt das Fristende auf einen Sonnabend, Sonntag oder Feiertag, tritt an dessen Stelle aber der nächste Werktag.

Ihr Rückgaberecht im Online-Shop

Wenn Sie im Online-Shop kaufen, haben Sie grundsätzlich ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Sie brauchen nicht einmal einen Rücksendegrund anzugeben. Es reicht die rechtzeitige Absendung der Ware an den Verkäufer.

Ausnahmen

Das sind verständlicherweise schnell verderbliche Lebensmittel, extra für Sie angefertigte Waren und Musik-CDs und DVDs, bei denen die Versiegelung entfernt wurde; und achten Sie darauf, dass die Ware einwandfrei ist, sonst kann der Händler möglicherweise einen Wertersatz von Ihnen fordern.

Reduzierte Ware ist vom Umtausch ausgeschlossen. Stimmt das?

Der Händler muss Ware zurücknehmen, wenn sie fehlerhaft ist - egal ob reduziert oder nicht -, aber nicht, weil Sie Ihnen nicht gefällt. Wenn eine Preisreduzierung ausdrücklich mit „Ware mit kleinen Fehlern“, „2. Wahl“ oder „Fehlfarben“ begründet wird, können Sie sich allerdings nicht auf Fehler an der Ware berufen.

Kann man mangelhafte Ware umtauschen?

Wenn Sie fehlerhafte Ware reklamieren, hat der Händler, bevor er Ihnen ein neues Produkt gibt oder den Warenwert zurückerstattet, die Möglichkeit, die Ware nachzubessern und den Mangel zu beheben.

Darf man Apps umtauschen?

Überlegen Sie sich gut, wenn Sie eine App kaufen, denn einen generellen Anspruch auf den Umtausch gibt es nicht. Die Einzelheiten stehen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Anbieter. Eine fehlerhafte App muss der Verkäufer umtauschen, denn Sie haben einen Gewährleistungsanspruch von zwei Jahren. Haben Sie versehentlich eine falsche App geladen, können Sie versuchsweise mit dem Kundenservice verhandeln und den Umtausch genau begründen.

Clever kaufen: Rückgabe vereinbaren!

Bei Dingen, die möglicherweise umgetauscht werden müssen, sollten Sie schon beim Kauf - am besten schriftlich oder vor Zeugen - ein Rückgaberecht vereinbaren. So bekommen Sie Ihr Geld zurück. Vereinbaren Sie einen Umtausch, ist auch der Ersatz durch andere Waren oder Gutscheine möglich. Klären Sie auch, in welcher Frist Rückgabe oder Umtausch möglich ist und ob die Originalverpackung dabei sein muss.

WMVP Rechtsanwälte
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Rechtsanwalt Felix Westpfahl
Osterstraße 1
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Leserkommentare
von modano09 am 11.12.2014 20:09:24# 1
Hallo

Ein wenig peinlich wenn man als Rechtsanwalt zum Rückgaberecht in Onlineshops schreibt.

Ihr Rückgaberecht im Online-Shop

Wenn Sie im Online-Shop kaufen, haben Sie grundsätzlich ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Sie brauchen nicht einmal einen Rücksendegrund anzugeben. Es reicht die rechtzeitige Absendung der Ware an den Verkäufer.

Seit Juni 2014 hat sich das Widerrufsrecht geändert, es reicht nicht mehr aus die Ware ohne Angaben von Gründen an den Verkäufer zurückzusenden.

Der Widerruf muss vom Kunden grundsätzlich ausgesprochen werden.

Gruss modano


    
von Josephine123 am 12.12.2014 11:58:49# 2
Doch, das tut es schon! Nach wie vor müssen keine Umtauschgründe aufgeführt werden, doch der Widerspruch muss seit 06/2014 eine gewisse Form wahren (schriftlich per Post, Fax oder E-Mail) , bestimmte Daten angeben (z.B. Kaufdatum, Bestellnr., Name, Adresse) und innerhalb bestimmter Frsiten dem Verkäufer zugestellt werden. Eine undeklarierte Rücksendung der Ware reicht nicht mehr aus, dennoch ist eine Angabe von Gründen nach wie vor nicht erforderlich!
    
von modano09 am 12.12.2014 18:17:09# 3
da hast du recht der widerruf muss nicht begründet werden, doch kommentarlos die ware einfach zurücksenden geht auch nicht mehr, ich muss den widerruf des kaufvertrages in der festgelegten form aussprechen.

es wurde außerdem vergessen (copy & paste) der alten Fassung, der käufer muss ggf. die rücksendekosten tragen dabei ist es unerheblich wie hoch der kaufpreis des artikels war.

Die Grenze von 40 € gibt es nicht mehr.

Der Beitrag von Herr. Westphal ist im Bezug auf Onlineshopping nicht ausreichend erläutert und nach meiner meinung wurden die richtlinien aus der alten Fassung 06/14 einfach kopiert.

gruss modano
    
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