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Krebsärztin tötete sich mit Morphium-Infusion

Krebsärztin tötete sich mit Morphium-Infusion

AFP VOM 24.1.2011 | Nachrichten - Allgemein | 1074 Aufrufe
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Arzt, Selbstmord

Mechthild B. war wegen Totschlags angeklagt

Die wegen 13-fachen Totschlags angeklagte Krebsärztin Mechthild B. hat sich nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hildesheim in der Nacht zum Montag mit einer Morphium-Infusion getötet. Um letzte Klarheit zu gewinnen, ordnete die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben nun eine Obduktion der 61-Jährigen an. Die Medizinerin musste sich seit mehr als einem Jahr vor dem Landgericht Hannover verantworten, weil sie in den Jahren 2001 bis 2003 Patienten ohne deren Einwilligung einen tödlichen Medikamentenmix aus Morphium und Valium verabreicht haben soll.

Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, schrieb die Ärztin vor ihrem Tod mehreren Bekannten Abschiedsbriefe. Das Motiv für den Freitod war demnach das gegen sie gerichtete Strafverfahren. Das Landgericht hatte in der vergangenen Woche in einer Zwischenbilanz darauf hingewiesen, dass in zwei Fällen auch eine Verurteilung wegen Mordes infrage komme, weil B. die tödliche Dosis ohne Rücksprache mit den Betroffenen verabreichte hatte, obwohl diese laut Gericht ansprechbar und klar waren. Damit drohte der Ärztin nicht nur eine lebenslange Haftstrafe sondern auch, wieder in Untersuchungshaft zu kommen.

Ein Bekannter der Ärztin fand deren Leiche am Montagnachmittag in ihrem Bett in ihrem Haus in Bad Salzdetfurth. 2003 hatte die AOK auf der Krebsstation der Medizinerin an der Paracelsus-Klinik in Hannover-Langenhagen einen stark überhöhten Morphium-Verbrauch festgestellt und Anzeige erstattet. Im Prozess hatte sie stets versichert, sie habe keinen ihrer Patienten getötet, sondern nur mit einer Schmerztherapie beim Sterben begleitet.

25.01.2011 - 16:01 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010

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