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Umschulung / Ausbildung für Arbeitsamt zu teuer???

 Von 
MarkOh
Status:
Praktikant
(558 Beiträge, 104x hilfreich)
Umschulung / Ausbildung für Arbeitsamt zu teuer???

Hallo Ihr...

Gibt es auch bei Leistungen des Arbeitsamtes einen einklagbaren Gleichbehandlungsgrundsatz?
Folgender Fall...
Einem Bekannten der aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf aufgeben mußte, wurde zwischenzeitlich durch die Reha Stellen und das Arbeitsamt zugesichert, eine Umschulung machen zu dürfen. Nun darf er allerdings bestimmte Berufe nicht ausüben, so dass nur wenige Ausweichmöglichkeiten bleiben. Bewerbungen wurden verschickt, Vorstellungstermine organisiert, amtspsychologische Gutachten über die Eignung absolviert usw usw usw...

Eine Möglichkeit davon ist der Besuch einer Fachakademie für die Dauer von 2 Jahren. Darauf war in den letzten Monaten alles ausgerichtet. Nun, nach Beginn von Hartz IV und einem neuen Bearbeiter heißt es plötzlich, dass man sich nur eine normale Berufsausbildung vorstellen könnte, wo er auch Lehrlingsentgeld bekommen würde, was man dann mit den laufenden Hartz IV Leistungen verrechnen könne.

Auf die Frage, ob denn nun plötzlich alle rein schulischen Weiterbildungsmaßnahmen abgeschafft worden wären, hieß es eindeutig "Nein"...
Warum sollten also andere, eventuell ALG Empfänger eine solche zugebilligt bekommen, und er als ALG II Empfänger eine solche nicht? Leuchtet mir nicht ein.

Nun muss man allerdings anmerken, dass es hier nicht um fehlende Qualifikation geht, oder schlechte Berufschancen nach Ausbildungsabschluss. Die sehen sogar ganz positiv aus.
Laut Aussage des Bearbeiters ginge es lediglich darum, dass er es nicht einsieht, 2 Jahre lang ALG II-Weiterbildung zu finanzieren, wenn durch eine normale Berufsausbildung zumindest ein paar Euro eingespart werden würden. Da als weitere Möglichkeit jedoch nur noch kaufmännische Berufe in Frage kommen, und das Lehrlingsentgelt in diesen Berufen als eher gering einzustufen ist, verbliebe auch kein allzu großes Sparpotenzial...

Habt Ihr da Meinungen dazu?

LG MarkOh

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben 272 weitere Fragen zum Thema
Ausbildung Arbeitsamt Umschulung


9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
petra1060
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 3x hilfreich)

wie alt ist den dein bekannter??? Das ist sehr wichtig, da ja manche Berufsschulen und Ausbildungsstätten nur bis zu einen bestimmten Alter aufnehmen

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#2
 Von 
guest123-173
Status:
Schlichter
(7171 Beiträge, 845x hilfreich)

--- Posting wurde vom Admin editiert

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#3
 Von 
MarkOh
Status:
Praktikant
(558 Beiträge, 104x hilfreich)

Hallöle...

Er muss so um die 29 / 30 Jahre alt sein. Von den betreffenden FA's wird dieses Baujahr eher als positiv betrachtet. Dort besteht ein Auswahlverfahren, wo die Chancen also gar nicht so schlecht sind.

Problem scheint aber zu sein, dass der Bearbeiter die Paragraphen des SGB II so auszulegen scheint, wie es ihm gerade taugt. Oberste Priorität sei für Ihn als neuen Fall-Manager so viele Leute so billig wie möglich aus der Arbeitslosenstatistik zu bringen. Schulische Weiterbildungen oder teure Umschulungen sind da nicht mehr drin.

Wie aber schon gesagt, bis zum 31.12.2004 war alles auf diese Ausbildung hin ausgerichtet, wobei auch schon etliche Kosten entstanden sein dürften. Fahrtkosten, Bewerbungskosten, Psychologische Beurteilung usw usw usw...

Nun stand wie auch schon angemerkt im Raum, dass auch ein gewisser Gleichbehandlungsgrundsatz vorliegen müsse, da es nicht sein kann, dass er plötzlich als ALG-II Empfänger nicht mehr die selben Förderungsmaßnahmen in Anspruch nehmen darf, als wenn er noch ALG I bekommen würde. Dies wurde nähmlich bis 31.12.2004 bezogen. Laut AA-Mitarbeiter hätte er aber durchaus nicht mehr die selben Rechte, wie als ALG I Empfänger auf diese Förderungen.
Es wurde ihm nahegelegt, sich eine betriebliche Ausbildung zu suchen. Er könne ja versuchen, trotz Null-Chance eine Förderung für die FA zu beantragen. Er würde dann halt einen schriftlichen Ablehnungsbescheid bekommen, wenn es denn unbedingt sein müsse.

Kann doch so nicht sein. Oder? Schon dieses Handlungsverfahren an sich ist doch ein Witz...

LG MarkOh

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#4
 Von 
MarkOh
Status:
Praktikant
(558 Beiträge, 104x hilfreich)

Noch etwas dazu...

Ein weiterer Punkt ist der, dass kaum ein Ausbildungsbetrieb mehr einen 30-jährigen Umschüler nimmt, da die staatlichen Förderungen dafür mehr oder weniger gestrichen wurden.
Somit bliebe fast nur noch eine schulische Ausbildung. Die allerdings soll ja nun vom Arbeitsamt auch nicht mehr gefördert werden.
Also ----> Null Chance für ALG II Empfänger?

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#5
 Von 
guest123-173
Status:
Schlichter
(7171 Beiträge, 845x hilfreich)

--- Posting wurde vom Admin editiert

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#6
 Von 
MarkOh
Status:
Praktikant
(558 Beiträge, 104x hilfreich)

Genau das ist ja gerade das Problem. Sie können bisher gar nichts anderes anbieten.
Bis zum 31.12.2004 stand fest, dass er verschiedene Bewerbungen an die entsprechenden Fachakademien senden solle, und zwar mit ausdrücklichem Segen des Amtes. Von denen selbst ging die Initiative selbst aus. Es wurde ein psychologisches Gutachten vom Arbeitsamtsarzt erstellt, ob er denn für den Beruf tauglich wäre. Alles im grünen Bereich. Bewerbungen wurden geschrieben, Vorstellungstermine sind erfolgt, nur eine abschließende Zusage steht noch aus.

Nun, ab dem 01.01.2005 fiel er jedoch in den ALG-II Bereich, und schon soll alles Pustekuchen sein? Die Aussagen des Bearbeiters gingen auch eher in die Richtung " Arbeitsloser 2. Wahl", der kein Anrecht auf irgend solche Förderungen hätte.

Darf ja wohl nicht sein...

Gruss

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#7
 Von 
mesalla
Status:
Schüler
(305 Beiträge, 10x hilfreich)

Du schriebst:

"Auf die Frage, ob denn nun plötzlich alle rein schulischen Weiterbildungsmaßnahmen abgeschafft worden wären, hieß es eindeutig "Nein"..."

Das bezog sich sicher auf ALG Empfänger.

Hört sich so an als ob man deinen Freund hingehalten hat, bis ALG II.
Um dann absagen zu können.

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#8
 Von 
MarkOh
Status:
Praktikant
(558 Beiträge, 104x hilfreich)

Auf alle Fälle war schon von vornherein klar, dass sich die Bewerberphase bis ins Jahr 2005 ziehen würde. Klar war auch, dass er dann ALG-II empfangen würde.

Lediglich der Bearbeiter hat sich in dem Fall geändert. Von Agentur für Arbeit zu Arbeitsgemeinschaft für ALG-II, oder ähnlich.
So wurde zum Beispiel angegeben, dass die Agentur für Arbeit ein Budget von etwa 10 Mio Euro hätte, die Arbeitsgemeinschaft jedoch nur in Höhe von etwa 300.000 Euro, und deshalb solche Ausbildungen nicht mehr fördern könnte.

Fakt ist aber auch, dass dies schon von vornherein feststand. Es war also absehbar.

Meine Frage wäre nun, ob man und vor allen Dingen wie man da rechtlich gegen vorgehen könnte. Vor allen Dingen mit welcher fachlich richtigen Begründung.
Ein wager Verweis auf § 15/16 des BGB-II scheint da nicht auszureichen. meines Erachtens wäre da ein Gleichbehandlungsgrundsatz ansetzbar, da es rein von offizieller Seite keine Arbeitslosen 1. oder 2. Klasse geben darf. Dies sagte zumindest die Clement Hotline des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ( ...oder ähnlich ). Eine definitive Aussage konnte man dem Geschwätz aber auch nicht entnehmen...

Gruss

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#9
 Von 
petra1060
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 3x hilfreich)

er sollte sich einen anwalt nehmen der sich in sozialrecht und arbeitsrecht auskennt. diese kombination einen anwaltes ist nach meiner erfahrung sehr gut. er kann auch prozesskostenhilfe beantragen. auf jedenfalls sollte er sich bei der stelle für pkh einen beratungsschein gebenlassen und einen anwalt aufsuchen zur beratung
gruß petra

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