USA wollen mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher ausweisen
AFP VOM 2.2.2011 | Nachrichten - Allgemein | 1022 Aufrufe Mehr zum Thema:Kriegsverbrecher
89-Jähriger soll Handlanger der Nazis in der Ukraine gewesen sein
Die USA wollen einen mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher ausweisen. Der 89-jährige Ivan Kalymon habe als Handlanger der ukrainischen Polizei im Auftrag der Nationalsozialisten an der Ermordung von Juden während des Zweiten Weltkriegs im ukrainischen Lemberg (Lwiw) mitgewirkt, teilte das US-Justizministerium am Mittwoch mit. Die deutschen Truppen hätten mit Hilfe der ukrainischen Polizei Juden verhaftet, verprügelt und diejenigen ermordet, die sich auflehnten. Die meisten seien später im Konzentrationslager Belzec umgebracht worden. Nach Angaben der US-Justiz war Kalymon an Massenverhaftungen und Deportationen beteiligt.
Kalymon emigrierte den Angaben zufolge 1949 in die USA und erhielt sechs Jahre später die US-Staatsbürgerschaft. Er habe den Vornamen "John" angenommen. Die zuständige US-Richterin Elizabeth Hacker habe die Entscheidung zur Ausweisung bereits am Montag getroffen, hieß es. Sie habe seine Auslieferung "nach Deutschland, in die Ukraine, nach Polen oder in jedes andere Land, das ihn aufnehmen würde," angeordnet.
Ein weiterer mutmaßlicher NS-Kriegsverbrecher, der von Serbien gesucht wurde, starb in den USA, wie die US-Gesundheitsbehörden am Dienstag (Ortszeit) mitteilten. Die serbische Staatsanwaltschaft hatte dem früheren Gestapo-Beamten Peter Egner Kriegsverbrechen und Völkermord vorgeworfen und im November dessen Auslieferung beantragt.
02.02.2011 - 19:31 Uhr


