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USA fordern von Deutschland verstärkten Kampf gegen Menschenhandel
AFP VOM 10.8.2004 | Nachrichten - International | 2716 Aufrufe Mehr zum Thema:Menschenhandel, Prostitution
- Miller: Deutschland nach Liberalisierung zum Magnet geworden
Die USA haben von Deutschland größere Anstrengungen beim Kampf gegen Prostitution und Menschenhandel gefordert. Die "Legalisierung der Sex-Industrie" habe Deutschland zu einem "Magnet für Opfer" vor allem aus osteuropäischen Ländern werden lassen, sagte der Abteilungsleiter für die Beobachtung des weltweiten Menschenhandels im US-Außenministerium, John Miller, am Dienstag in Berlin. Seit einer Gesetzesreform vor zwei Jahren gilt Prostitution in Deutschland nicht mehr als sittenwidrig. Huren und männliche Prostituierte können ihren Arbeitslohn einklagen und sich sozialversichern.
Einerseits unterstütze Deutschland "hervorragende Programme" im Ausland, um mögliche Opfer von Menschenhändlern vor den "Risiken der Versklavung und dem Menschenhandel" in Osteuropa zu bewahren. Namentlich nannte Miller die Länder Litauen, Bulgarien und Moldawien. Andererseits mangele es in Deutschland an Aufklärung der so genannten Kunden von Prostituierten, die mit ihrer Nachfrage den grenzüberschreitenden Sex-Handel anheizten. Zahlreiche Verfahren gegen Menschenhändler endeten hier zu Lande mit einer Einstellung.
Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) wurden im Jahr 2002 in Deutschland 811 Frauen aus den Händen von Menschenhändlern befreit, darunter waren 708 Opfer aus Osteuropa; die meisten von ihnen kamen demnach aus Russland, Litauen, Bulgarien und der Ukraine. Laut Miller werden weltweit jährlich rund 800.000 Frauen, Kinder und Männer Opfer des grenzüberschreitenden Menschenhandels.
10. August 2004 - 17.12 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2004
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